Hilfe wird geboten, Hilfe wird gesucht

Bereitschaft für Blutspenden gesunken / Neue Transporter beim Rotkreuz-Fahrdienst in Salzwedel

Zwei Männer.
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Die Angestellten Steffen Jacob (l.) und Dirk Gagelmann vor einem der neuen Fahrzeuge des Deutschen Roten Kreuzes in Salzwedel.
  • VonLydia Zahn
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Die Blutspendebereitschaft habe bereits um 15 Prozent abgenommen. Bei manchen Blutgruppen komme es bereits zu Versorgungsschwierigkeiten.

Salzwedel – Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Salzwedel hat zwei neue Fahrzeuge für den hauseigenen Fahrdienst bekommen. Mit dem neusten Stand der Technik solle den Patienten in jeder Lebenslage ein sicherer und komfortabler Transport ermöglicht werden. Außerdem wird mit einer besonderen Aktion auf die Notwendigkeit des Blutspendens aufmerksam gemacht, da die Bereitschaft dafür weiter sinke.

Zum gestrigen weltweiten Blutspendetag gibt es in diesem Jahr wieder eine Aktion der Blutspendedienste des DRK, womit auf die Wichtigkeit der Lebenssaftspende aufmerksam gemacht werden soll. Unter dem Titel „#missingtype – erst wenn’s fehlt, fällt’s auf“ lassen in dieser Woche Organisationen, Unternehmen und Personen des öffentlichen Lebens in ihren Social-Media-Beiträgen die Buchstaben A, B und O weg. Diese sollen die Blutgruppen A, B und Null symbolisieren. Bereits im vergangenen Jahr hatte es zum Weltblutspendetag eine solche Aufmerksamkeitskampagne gegeben.

Blutspenden nehmen weiter ab

„Die Lockdown-Phasen waren von einer herausragenden Spendebereitschaft geprägt. So konnten wir auch den erhöhten Klinikbedarf an Blutpräparaten jederzeit sicherstellen“, berichtet Markus Baulke, Hauptabteilungsleiter der Blutspenderwerbung und Öffentlichkeitsarbeit der DRK-Blutspendedienste. Doch durch die gelockerten Beschränkungen nehme die Bereitschaft wieder ab – bisher um 15 Prozent. „Die Präparatbestände haben sich in den vergangenen Tagen deutlich reduziert. Wir schauen mit ein wenig Sorge in die kommenden Wochen. Bei einigen Blutgruppen bestehen schon Versorgungsschwierigkeiten“, verdeutlicht Baulke. Von Mai bis Mitte Juni seien in der Altmark 1500 Spender zum „Anzapfen“ gegangen. Im Vorjahr waren es 1600.

Zum Weltblutspendetag gab es keine Spendetermine in Salzwedel. Die nächste Möglichkeit bietet sich am Montag, 5. Juli, in der Jeetzeschule. Von 16 bis 20 Uhr steht dort das Team bereit. Und am Dienstag, 13. Juli, ebenfalls von 16 bis 20 Uhr, in der Comenius-Schule.

Das Deutsche Rote Kreuz hat auf der technischen Seite aufgerüstet, um Menschen, die nicht mehr so mobil sind, zu helfen. Denn auch diese wollen zum Frisör, zur Kosmetik, zur Fußpflege oder zu einem Freund für ein nettes Pläuschchen. Ohne den hauseigenen Fahrdienst geht es nicht mehr. Auch Supermärkte, Reha- oder Kurzentren sowie Ärzte und Krankenhäuser gehören zu den oft angesteuerten Zielen.

Einfach ist es für die Rotkreuzler nicht. Vielleicht kann der Patient nicht aufstehen, sitzt im Rollstuhl oder wohnt im oberen Stockwerk. Familie und Freude können nicht immer helfen oder kommen an ihre Grenzen. Fahrten können für beide Seiten zu einer Herausforderung werden. Doreen Plewe, Fahrdienstleiterin des DRK in Salzwedel, ist stolz auf ihre Arbeit: „Wir ermöglichen die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben.“

Seit 2001 auf den Straßen unterwegs

Für das Fahrdienstteam gab es nun jüngst zwei neue Spezialmobile. „Die alten Fahrzeuge waren in die Jahre gekommen. Sie waren schließlich jeden Tag im Einsatz“, erklärt Christian Engwer, zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des hansestädtischen Deutschen Roten Kreuzes. Trageliege und Tragestuhl gehören zur Ausrüstung der Autos; die Leute vom DRK müssen damit umgehen können. Denn die Fahrgäste sollen bequem sitzen oder liegen.

Seit 2001 sorgt der Fahrdienst des DRK nun schon dafür, dass Patienten von A nach B kommen. Angefangen mit Zivildienstleistenden, kamen 2008 die ersten Festangestellten dazu.

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