Polizei hat keine Nachricht vom Zustand des Kindes / Terrier Thor im Tierheim

Der Beißer von Kassuhn

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Der zweijährige Staffordshire-Terrier Thor hatte am Sonnabend in Kassuhn ein zweijähriges Mädchen in den Kopf gebissen. Danach wurde er ins Hoyersburger Tierheim gebracht.

Kassuhn. Der Staffordshire- Terrier, der Sonnabend gegen 16. 15 Uhr in Kassuhn ein zweijähriges Mädchen in den Kopf gebissen hat (wir berichteten), wurde im Salzwedeler Tierheim untergebracht.

Während der Terrier – laut Bundesgesetz als „gefährlicher Hund“ eingestuft – sicher verwahrt ist, wurde das verletzte Mädchen nach Magdeburg gebracht. „Von dort haben wir noch keine Mitteilung“, sagte gestern Polizeisprecher Frank Semisch, der davon ausgeht, dass die Verletzungen des Kindes nicht lebensgefährlich sind. Die Mutter habe man nicht erreichen können, so der Beamte weiter.

Auch Ortsbürgermeister Uwe Hundt hat von den Vorfällen erst aus der Zeitung erfahren. „Ich habe zwar am Sonnabend Blaulicht gesehen ...“, sagte Hund gestern. Die Familie kenne er nicht, sie sei vor zwei Jahren zugezogen, so der Bürgermeister. Auch der Terrier ist ihm unbekannt: „Ich kenne zwar fast alle Hunde aus der Gemeinde“, sagt Uwe Hundt, „diesen aber nicht“.

„Wir haben bislang alles aus der Presse erfahren“, berichtet Annette Wolter vom Ordnungsamt in Arendsee. Nach Gesprächen mit der Polizei und dem Landesverwaltungsamt haben die Arendseer den Fall an das Ordnungsamt Salzwedel abgegeben. Dort hatte dessen Leiterin Christina Schramm den Fall gestern plötzlich auf dem Tisch. Ihre Mitarbeiter waren noch am Vormittag im Hoyersburger Tierheim, um den zweijährigen Rüden in Augenschein zu nehmen. Um sich in den Fall einzuarbeiten, warte man auf die Akte von den Arendseer Kollegen, so Schramm gestern.

Im Hoyersburger Tierheim haben die an Problemfälle gewöhnten und damit bestens vertrauten Mitarbeiter keine Probleme mit Thor, wie der Staffordshire-Terrier heißt. Sein Besitzer sei gestern dort gewesen und habe berichtet, dass der Hund bereits den ersten Teil eines Wesenstests, der das sozial verträgliche Verhalten von Thor bescheinigen soll, absolviert habe. Nun wartet Thor hinter Gittern, dass er wieder nach Hause darf. Doch darüber entscheiden die Behörden.

Von Holger Benecke

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