Noch immer meldet der Staatsschutz keine Aufklärungsergebnisse in Fall des geschändeten Massengrabes von 244 KZ-Häftlingen an der Ritzer Brücke in ...

Begrich: Rechte Szene will Aufsehen

Noch immer meldet der Staatsschutz keine Aufklärungsergebnisse in Fall des geschändeten Massengrabes von 244 KZ-Häftlingen an der Ritzer Brücke in Salzwedel.

hob Salzwedel. Noch immer meldet der Staatsschutz keine Aufklärungsergebnisse in Fall des geschändeten Massengrabes von 244 KZ-Häftlingen an der Ritzer Brücke in Salzwedel. Nach den Linken ist gestern auch der Verein Miteinander, der zum Netzwerk für Weltoffenheit und Demokratie gehört an die Öffentlichkeit gegangen.

David Begrich von dessen Arbeitsstelle Rechtsextremismus sieht in der Salzwedeler Tat Zusammenhänge mit dem Einebnen des Grabes von Hitler-Stellvertreter Rudolf Hess im Juli im oberfränkischen Wunsiedel. Danach „sucht die rechtsextreme Szene bundesweit gerade nach Möglichkeiten, Aufsehen zu erregen“, so Begrich.

Und weiter: „Für die Neonazis ist Rudolf Hess eine wichtige Leitfigur. Dass die Aufhebung des Grabes von Rudolf Hess die Szene mobilisiert, war zu erwarten.“ Dann kommt Begrich auf Salzwedel zu sprechen: „Offenkundig handelt es sich bei der Schändung um eine symbolische Racheaktion.“

Nicht ganz unbegründet, denn eine der drei Stelen war mit einer rechtsradikalen Parole beschmiert worden, in der auch Rudolf Hess eine Rolle spielt. Dessen Todestag jährt sich am 17. August und war in den vergangenen 20 Jahren immer wieder Anlass für Kundgebungen der rechten Szene – auch im Salzwedeler Raum.

Die Angehörigen des Vereins Miteinander begrüßen jedoch, dass die Stadt Salzwedel, in deren Eigentum sich das Ehrenmal befindet, dies schnellstmöglich wieder herstellen will. David Begrich macht deutlich: „Die WIederherstellung ist ein wichtiges Zeichen dafür, dass Bürger und Stadt ihre geschichtliche Verantwortung wahrnehmen.“

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