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Baustart in Niephagen nach sieben Jahren

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Von: Arno Zähringer

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Baustelle
Im September soll die 600 000 Euro teure Brücke über den Berggraben an der Landesstraße 8 für den Verkehr wieder freigegeben werden. Anfang vergangener Wochen begannen in Niephagen die Arbeiten. Gestern wurden Baumstümpfe weggefräst. © Benecke

Viele hatten schon gar nicht mehr damit gerechnet, sondern sind davon ausgegangen, dass das Provisorium in Niephagen auf Dauer Bestand haben wird. Schließlich hat es sieben Jahre gedauert, bis nun am Montag die Bauarbeiten für eine neue Brücke über den Berggraben an der Landesstraße 8 in Niephagen begonnen haben. Kostenpunkt: rund 490 000 Euro. Doch diese Zahl stammt aus dem Jahr 2018. Inzwischen muss das Land Sachsen-Anhalt knapp 600 000 Euro investieren, berichtet Peter Mennicke, Pressesprecher des Ministeriums für Infrastruktur und Digitales, auf Anfrage der AZ.

Salzwedel - Seit Jahren erleben die Verkehrsteilnehmer folgendes Szenario: Gleichgültig, von welcher Seite sie sich auf der L 8 in Niephagen dem Abzweig nach Tylsen nähern; ein Schild signalisiert, dass sich die Fahrbahn verengt, ein Verkehrszeichen macht klar, dort gilt Tempo 30. Dann geht es über eine kleine Brücke. Das Warum ist nicht eindeutig.

Sanierung kommt nicht infrage

Der Grund dafür ist eine kleine, mehr als 100 Jahre alte Brücke, die seit 2015 nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht. Bei einer Bauwerksprüfung sind Ausbrüche und Risse an den Bogenstirnseiten erkannt worden. Um die Entwicklung der Schäden so gering wie möglich zu halten, wurde die Fahrbahn verengt, sodass immer nur ein Fahrzeug den Engpass passieren konnte.

Brücke
Bei einer „Bauwerksprüfung“ wurden Risse an den Bogenstirnseiten festgestellt. © Benecke, Holger

Eine Sanierung der Brücke wurde aus wirtschaftlichen Erwägungen nicht in Betracht gezogen. Ein Neubau soll das Problem also lösen. Doch als es schließlich an das Umsetzen des Projekts ging, fingen die Probleme an. Kern der Diskussionen war die mit dem Bau verbundene Umleitung. Denn aus naturschutzrechtlicher Sicht ist eine örtliche Umfahrung entlang des Bauwerkes auf der südlichen Seite auszuschließen, es sollte über Tylsen gehen. Doch das Problem scheint inzwischen beseitigt, denn der Verkehr wird nun doch über eine örtliche Umfahrung an der Brücke vorbeigeleitet.

Ampel regelt den Verkehr

Um die Beeinträchtigungen während der Bauzeit so gering wie möglich zu halten, wird extra eine vier Meter breite Umfahrung errichtet, über die der Verkehr einspurig per Ampelschaltung an der Baustelle vorbeigeführt werden kann. Im September dieses Jahres soll dann die neue Brücke für den Verkehr freigegeben werden.

Vergangene Woche wurden – bei einer halbseitigen Verkehrsführung – Bäume gefällt. Nun ist die Straße ohne Einengung offen, die Baumstubben werden weggefräst. Danach soll der eigentliche Bau beginnen. Dann wird zuerst die alte Brücke abgerissen, bevor das neue, auf Bohrpfählen gegründete Rahmenbauwerk aus Stahlbeton errichtet wird.

Damit wild lebende Tiere durch das Vorhaben möglichst wenig beeinträchtigt werden, seien im vorigen Jahr bereits Zäune für den Schutz von dort vorkommenden Amphibien aufgestellt worden. Auch habe die neue Brücke fast die doppelte Stützweite im Vergleich zum Vorgängerbau. Dadurch werde die ökologische Durchlässigkeit sichergestellt. Heißt, Fischotter und Biber können ungehindert unter der Brücke auf die andere Straßenseite gelangen.

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