Mehr Wohnungen im Altmarkkreis / Verbändebündnis sieht Nachholbedarf

Bauherren investieren 56,4 Millionen Euro

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In Salzwedeler Wohngebieten sind in den vergangenen Monaten und Jahren neue Häuser entstanden. In einigen Bereichen wird es langsam eng, immer mehr Lücken werden bebaut. 

Altmarkkreis. Das Verbändebündnis Wohnen (Baugewerkschaft IG Bau und Bauwirtschaft) wendet sich mit aktuellen Zahlen für den Altmarkkreis zu Wort und verweist dabei auf eine Bilanz des Statistischen Bundesamtes.

Demnach entstanden im vergangenen Jahr 118 neue Wohnungen – 88 davon befinden sich in Ein- und Zweifamilienhäusern. Die Bautätigkeit nahm im Vergleich zu 2016 um 23 Prozent ab. 2017 wurden im Landkreis 56,4 Millionen Euro investiert. „Das klingt viel. Tatsächlich müsste es aber mehr sein, wenn die Wohnraum-Offensive der Bundesregierung klappen soll“, erklärt Mirko Hawighorst vom Verbändebündnis Wohnen.

Bundesweit liegt die Neubauzahl bei rund 285.000 Wohnungen. Die Bundesregierung hat sich vorgenommen, bis 2021 1,5 Millionen zu erreichen. Das Bündnis fordert mehr Aktivitäten von Ländern und Kommunen. Davon wird der Altmarkkreis nicht ausgelassen. „Es müssen sich wieder mehr Menschen die eigenen vier Wände leisten können – vom Maurer bis zur Industriekauffrau. Handwerker, die Wohnungen bauen, sollten auch in der Lage sein, sich eine eigene Wohnung anzuschaffen“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Dabei spiele der Blick auf die Altersvorsorge eine Rolle. Denn die eigenen vier Wände hätten Bestand – unabhängig von schwankenden Rentenhöhen. Das Wohn-Bündnis sieht die altmärkischen Bundestagsabgeordneten in der Pflicht, mehr „politische Power“ auf diesem Gebiet zu leisten. Sie sollen in Berlin „Farbe bekennen“. Laut Mirko Hawighorst seien die angekündigten finanziellen Mittel zu gering. Bis 2021 sollen 6 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt fließen. Das wären deutschlandweit 1,5 Milliarden Euro pro Jahr. Tatsächlich seien aber 4 Milliarden Euro jährlich nötig.

„Denn im Wohnungsmangel und in steigenden Mieten steckt sozialer Sprengstoff. Gerade beim Neubau von Sozialwohnungen droht ein Desaster, wenn der Bund hier nicht ordentlich Geld in die Hand nimmt und investiert“, warnt Mirko Hawighorst. Auch die geplante Förderung für den altersgerechten Umbau lasse „jede Hoffnung auf einen Sanierungsschub für mehr Seniorenwohnungen gegen Null laufen.“ Gerade der Altmarkkreis brauche noch mehr altersgerechte Domizile – so die Einschätzung der Experten.

Von Christian Ziems

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