Tarifverhandlungen sind gescheitert / Ex-Minister Wolfgang Clement soll schlichten

Bau-Streit droht zu eskalieren

+
Die IG Bau ist mit den Arbeitgebern unzufrieden und fordert mehr Lohn sowie Fahrtkostenzuschüsse. Im Altmarkkreis Salzwedel gebe es derzeit 54 unbesetzte Ausbildungsplätze bei Baufirmen.

Altmarkkreis. „Bauarbeitgeber begreifen immer noch nicht, dass es höchste Zeit wird, die Jobs auf dem Bau deutlich attraktiver zu machen“, kritisiert Elke Bobles.

Die Bezirksvorsitzende der Industriegewerkschaft (IG) Bau Altmark-Börde-Harz äußert sich in einer Pressemitteilung zu gescheiterten Tarifverhandlungen. Die IG hatte ein Lohn-Plus von sechs Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten genauso wie ein 13. Monatsgehalt gefordert. Außerdem sollten Arbeitnehmer die Anfahrt zur Baustelle bezahlt bekommen.

Die Vorsitzende geht auch speziell auf die Region ein und fordert ein Umdenken. Für den Bereich des Altmarkkreises Salzwedel seien derzeit bei der Arbeitsagentur 54 unbesetzte Ausbildungsplätze gemeldet. „Daran wird sich so schnell wohl auch nichts ändern. Die meisten Chefs im Altmarkkreis Salzwedel sollten sich darauf gefasst machen, dass es vorerst extrem schwer wird, Azubis zu finden“, so Elke Bobles. Sie will mit der Gewerkschaft erreichen, dass Betriebe Auszubildenden die Fahrt zur Berufsschule vergüten. Die IG verweist darauf, dass die Betriebe im Bausektor volle Auftragsbücher hätten und spricht von einem „Bauboom“.

Was die Tarifverhandlungen angeht, werde eine Schlichtung immer wahrscheinlicher. Ex-Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement soll vermitteln. Die Gewerkschaft fordert „ein vernünftiges Angebot auf den Tisch zu legen“. Sonst drohe aus ihrer Sicht der Bau-Streit zu eskalieren. Die Gewerkschaft bereite sich derzeit auf alle möglichen Szenarien vor. Dazu gehöre auch, dass Bauleben notfalls lahmzulegen. Zunächst werde aber auf die mögliche Schlichtung gesetzt.

Von Christian Ziems

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare