Automobil Club Europa: Altmark-Chef Uwe Ahrends attestiert der Hansestadt ein gutes Händchen

Barrierefreiheit in Salzwedel untersucht

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Dickes Lob von ACE-Altmarkchef Uwe Ahrends (r.) an PVGS-Geschäftsführer Ronald Lehnecke für deren Aktion „Barrierefrei besser abfahren“, wofür die Busse entsprechend ausgestattet worden sind.
  • Holger Benecke
    VonHolger Benecke
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Der Salzwedeler Uwe Ahrends und seine Mitglieder vom Automobil Club Europa (ACE) haben im vergangenen Jahr bundesweit Parkplätze, Parkhäuser und Tiefgaragen unter die Lupe genommen. Und zwar unter der Maßgabe „Barrierefrei besser ankommen“.

Salzwedel - Die ACE-Clubinitiative hatte dabei besonders Behinderte und alte bzw. gebrechliche Menschen im Auge und setzte 15 strenge Kriterien an. Rund 800 Ehrenamtliche waren sechs Monate lang im Einsatz und haben gemessen, geprüft und bewertet. Nun liegt die Auswertung vor.

Auch in der alten Hansestadt legte Uwe Ahrends – er ist der Chef des ACE-Kreises Sachsen-Anhalt Nord, der die gesamte Altmark umfasst – selbst die Messlatte mit an. „Von den vier untersuchten Parkflächen, jeweils zwei in Salzwedel und Stendal, schnitten alle mit guten Ergebnissen ab, zwei konnten sogar mit drei Sternen für ,sehr gut‘ bewertet werden“, freute sich Ahrends. Darunter auch der Salzwedeler Kaufland-Parkplatz (wir berichteten).

„Ziel unserer Aktion war es, den Stand der uneingeschränkten Mobilität für alle Menschen festzustellen, Positives und Negatives aufzuzeigen sowie Lösungen mit den Verantwortlichen zu finden“, ist dem ACE-Kreischef besonders Letzteres ein Herzenswunsch. „Welche Probleme selbst kleinere Hindernisse mit sich bringen können, haben diejenigen, die auf Rollstuhl, Rollator und Gehhilfen angewiesen sind, Eltern mit Kinderwagen oder jemand, der einen Unfall hatte und zeitweilig einen Gips oder eine Schiene tragen musste, schon zu spüren bekommen. Wer sich normal bewegen kann, achtet oft nicht darauf“, schildert Ahrends die Beweggründe für die ACE-Clubinitiative.

Ausreichend Platz, Signalknöpfe, Haltestangen und rutschfeste Fußböden bieten Sicherheit in PVGS-Bussen.

Von den in Deutschland untersuchten Parkflächen sind nach Auswertung die ersten sieben Plätze 80 bis 100 Prozent barrierefrei. „Sachsen-Anhalt liegt mit 85 Prozent auf Platz 4. Im Ost-West-Vergleich befinden sich fünf Bundesländer aus dem Osten unter den ersten 7, auf Platz 8 folgt Sachsen mit 77 Prozent“, zitiert Uwe Ahrends aus der Studie. Weiß daraus aber auch, dass in ganz Deutschland zirka 36 Prozent nicht barrierefrei sind und Nachholbedarf es bei E-Ladesäulen besteht. Ein ganz großer Dorn im Auge sind Uwe Ahrends dabei die Falschparker, die sich mit ihren Autos einfach auf den Behindertenparkplätzen breitmachen.

„Insgesamt kann eingeschätzt werden, dass durch die Kommunen unseres ACE-Kreises Altmark viel unternommen wurde und wird, um Menschen mit Behinderung die Teilhabe am öffentlichen Leben zu erleichtern. Das sieht man an vielen Behindertenparkplätzen auch im öffentlichen Raum, Parkplätzen für Eltern mit Kindern und abgesenkten Bordsteinen“, schreibt der ACE-Kreischef auch den Planern und Bauleuten ein Lob ins Arbeitsbuch.

Die Regenrinne (Friedhof Gerstedter Weg) ist ein Hindernis für Rollstuhl- und Fahrer von Behindertenrädern.

Bei aller Vorbildlichkeit in Salzwedel hat Uwe Ahrends noch drei Hinweise, denn die ACE-Mitglieder haben nicht nur auf die Parkplätze geschaut: Auf dem Friedhof, Einfahrt Gerstedter Weg, wurde eine Regenrinne quer über den Weg geschaffen, die sich jedoch als Hürde für Rollstuhlfahrer und Radler mit Behindertenfahrrädern entpuppte. Beim Verlegen von Kopfsteinpflaster sollte an die Behinderten gedacht werden. Und die abgesenkten Bordsteine am Busbahnhof beim Übergang zum Bahnhof sind leider noch zu hoch.

Zwar abgesenkt aber immer noch zu hoch: Der Bordstein vom Busumsteigepunkt zum Salzwedeler Bahnhof.

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