Bahnhofspläne kein Stück weiter / Marketingausschuss spielt den Ball weiter

Außer Reden nichts gewesen

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Seit Mai wird über die Umgestaltung des Salzwedeler Bahnhofs zum modernen Reisecenter geredet. Bis heute gibt es keine Arbeitsgruppe „Bahnhof“, und auch eine Machbarkeitsstudie ist noch immer nicht auf den Weg gebracht.

Salzwedel. Das Thema Revitalisierung des Salzwedeler Bahnhofs ist auch nach der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtmarketing, Tourismus und Kultur kein Stück weiter.

Die Politiker verwiesen die Angelegenheit in einen anderen Ausschuss, der sich möglichst Fachkräfte und die Projektpartner einladen sollte, wie es hieß. Karl-Heinz Reck (Freie Liste) sah sich „überfordert“, einen Beschluss zu fassen.

Dabei ging es noch gar nicht um das eigentliche Projekt, sondern erst einmal um eine Machbarkeitsstudie. Die soll 20 000 Euro kosten und herausfinden, welche Ziele für den Bahnhof realistisch sind und welche nicht. Partner des Projektes sind die Nahverkehrsgesellschaft Sachsen-Anhalt (Nasa), die die Studie mit 16 000 Euro bezuschussen würde (4000 Euro blieben für die Stadt Salzwedel), und die Agentur „BahnStadt“.

Im Bahnhof gibt es bis auf einen Fahrkartenschalter nichts mehr. Eigentümer des Empfangsgebäudes ist die Patron Capital.

Die zuvor favorisierte Arbeitsgruppe „Bahnhof“ gibt es noch immer nicht. Die Fraktion Salzwedel-Land wollte, dass der Marketingausschuss diese Aufgabe übernehmen soll, der Ausschuss jedoch will das Thema in einem anderen Ausschuss behandelt wissen. Eigentlich sollte der Marketingausschuss am Montagabend auch darüber entscheiden, ob die Machbarkeitsstudie ausschließlich das Empfangsgebäude oder auch die Nebenanlagen wie das „Trapo“-Haus betrachten soll. Auch das passierte nicht. Lediglich erwähnt wurde, dass die beiden Eigentümer der Bahnhofsgebäude einer Studie positiv gegenüberstünden. Als Ideen stehen bisher eine Service-Agentur von Deutscher Bahn (DB) und Personenverkehrsgesellschaft Salzwedel (PVGS), ein Versorgungs- und Zeitschriftenshop, eine Fahrradvermietung (mit E-Bikes), Übernachtungsmöglichkeiten (z. B. Bed & Bike), Informationsbüros und Servicebereiche mit WLAN usw. zur Debatte. Das alles findet der Marketingausschuss auch gut. Dafür müssten sich aber erst einmal Interessenten finden. Und die Gebäude wären zunächst zu sanieren und umzubauen.

Die Agentur „BahnStadt“ sieht als ersten Schritt die Machbarkeitsstudie, über die seit Wochen geredet wird. Ebenso wie über die Arbeitsgruppe „Bahnhof“.

Von Ulrike Meineke und Birte Grote

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