AZ-Vergleich: Wie hundefreundlich ist die Hansestadt? / Resultat: Nachbarn haben Schnauze vorn

Tierische Niederlage für Salzwedel

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Aus Mülleimern muss in Salzwedel kein Hund fressen, dennoch gibt es Handlungsbedarf: Im Drei-Städte-Vergleich der Hundefreundlichkeit ist die Hansestadt das Schlusslicht.

Salzwedel. Augsburg hatte im vergangenen Jahr klar die Schnauze vorn, als die hundefreundlichste Stadt Deutschlands gesucht – und gefunden – wurde. Eine Fachmarktkette hatte 41 Orte in fünf Kategorien getestet:

- Wie hoch ist die Steuer für den ersten Hund? m Wie viele Freilaufflächen bietet die Stadt?

- Wie viele Kotbeutel-Spender sind vorhanden? m Gilt ein genereller Leinenzwang?

- Dürfen Hunde in öffentlichen Verkehrsmitteln fahren und was kosten das? Die AZ hat diese Kriterien als Grundlage genommen und sich in der Hansestadt Salzwedel, in Gardelegen sowie in Soltau umgehört und verglichen.

Salzwedel

Salzwedel erhebt für den ersten Vierbeiner eine Steuer von 60 Euro pro Jahr. 1732 Hundehalter zahlen diese Abgabe jährlich. Somit besitzt fast jeder 14. Einwohner Salzwedels einen Hund. 103 920 Euro nimmt die Stadt durch diese Steuern ein. Zum Gassigehen muss man in Salzwedel nicht weit laufen: Im Stadtkern herrscht zwar Leinenzwang, aber schon am äußeren Stadtrand ist das Führen ohne Leine gestattet. Kein Halter hat es weit, um sich und seinem Vierbeiner Pfote und Füße zu vertreten. Ausgewiesene Freilaufflächen gibt es allerdings nicht. Für die tierischen Hinterlassenschaften hat die Stadt sieben Kotbeutel-Spender aufgestellt. Mittlerweile gibt es nur noch drei. Die anderen wurden zerstört. Beutel? Fehlanzeige! Hunde dürfen im Bus mitfahren – je nach nach Fahrtlänge werden dafür zwischen 1,10 Euro und 5,20 Euro fällig.

Gardelegen

Die Hansestadt Gardelegen berappt für den ersten Hund 40 Euro. Bei 2424 angemeldeten Hunden fließen 96 960 Euro in die Kasse der Stadt. Damit liegt Gardelegen, wo in jedem zehnten Haushalt ein Hund lebt, 20 Euro unter dem Salzwedeler Satz. Spezielle Freilaufflächen gibt es auch dort nicht. Dafür herrscht im gesamten Stadtgebiet samt Ortsteilen keine Pflicht, den besten Freund des Menschen an der Leine zu führen, berichtet Manuela Wille, Mitarbeiterin im Ordnungsamt. Für die Mitnahme im Bus muss ein Preis zwischen 1,10 und 5,20 Euro gezahlt werden. Gardelegen verfügt über keine Kotbeutel-Spender mehr: Sie wurden vor drei Jahren abmontiert.

Soltau

48 Euro müssen Halter für ihren ersten Hund in Soltau zahlen. Jährlich füllt die erste Hundesteuer die Stadtkasse mit 62 736 Euro auf. Jeder 16. Soltauer besitzt einen Vierbeiner. Die Stadt regelt in Bezug auf Leinenzwang folgendes: Auf öffentlichen Veranstaltungen sowie in Anlagen müssen Hunde an der Leine geführt werden. Auf Spiel- und Bolzplätzen sind Hunde generell verboten. In unmittelbarer Nähe (zwei Kilometer vom Stadtkern) befinden sich Freilaufflächen. Die Mitnahme im Bus ist kostenlos Und: Die Stadt hat vier Kotbeutel-Spender aufgestellt. Das Resultat dieses Vergleichs: Salzwedel belegt den dritten und letzten Platz. Die Hundesteuer ist am höchsten, die Preise für den Bus sind es ebenso. Gardelegen und Soltau halten sich in etwa die Waage.

Von Steffen Koller

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