BI diskutiert mit Landesregierung: Ausbau vorhandener Bundesstraßen statt neuer Trasse für die B 190 n

13 000 Autos brettern durchs grüne Band

hob Salzwedel. Der Paragraf 54 des Naturschutzgesetzes Sachsen-Anhalts macht es möglich. Eigentümer von land- und forstwirtschaftlichen Flächen können das Betreten ihrer Ländereien untersagen. Einzige Ausnahme: Erholungssuchenden darf dieser Zutritt nicht versagt werden.

Vermessung dient nicht der Erholung.

Deshalb können betroffene Grundstückseigentümer das Vermessen der geplanten Neutrassierung der B 190 n südlich und westlich von Salzwedel untersagen (wir berichteten). Dieses wurde gemäß Aushang für den Zeitraum vom 8. August bis zum 6. September angekündigt.

Die Bürgerinitiative (BI) „Westliche Altmark“ hat für dieses Untersagen ein Formblatt ausgearbeitet. Interessenten können es sich von den Aktivisten zuschicken oder es von der BI ausarbeiten lassen, der BI dieses übertragen, damit ein Sammeleinspruch an den Landesbetrieb Bau geschickt werden kann. Ansprechpartner ist Dorothee Hübner. Sie ist unter Tel. (0 30 01) 3 36 71 bzw. per E-Mail unter de-huebnersienau@t-online zu erreichen.

Die BI hat bereits erreicht, dass der Landesbetrieb Bau, Hauptniederlassung Magdeburg, im September nocht nicht mit den Vermessungen beginnt. Außerdem soll das Ergebnis einer Besprechung zwischen der Landesregierung und der BI im September abgewartet werden.

Die ursprünglich zu Grunde gelegten Prognosen für die Verkehrsströme auf der künftigen B 190 n für das Jahr 2025 wurden inzwischen aktualisiert. Demnach sollen tagtäglich von Breitenhees nach Bad Bodenteich 6 500 Fahrzeuge sowie von Bad Bodenteich nach Salzwedel zwischen 12 000 und 13 000 Fahrzeuge unterwegs sein. Von Salzwedel in Richtung Seehausen (geplante A 14) werden 16 000 Fahrzeuge pro Tag prognostiziert.

Bei einer jetzt schon fast fertig gestellten und fast parallel zur geplanten B 190 n verlaufenden Querspange fragen sich die BIler, wie diese summierenden Verkehrsströme zusammengerechnet worden sind.

Weitere Probleme der geplanten B 190 n: das Grüne Band sowie die Dumme- und die Jeetzeniederung. Das von der Europäischen Union als Naturmonument eingestufte Grüne Band würde bei Schmölau zusätzlich zerschnitten und parallel dazu verlaufend rund 25 Kilometer der bisher unberührten Natur stark beinträchtigen.

Doch auch die BI will eine verbesserte Infrastruktur – heute und nicht in ferner Zukunft. Werner von dem Knesebeck von der BI zitiert Bundeskanzlerin Angela Merkel mit ihrem Wort „alternativlos“. Umgesetzt auf die westliche Altmark zugeschnitten, beinhaltet dies den schnellstmöglichen Ausbau der B 71 / B 248 mit Ortsumgehungen statt einer Neutrassierung der B 190 n.

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