Wohnungsbaugesellschaft investiert fast drei Millionen Euro in Liftprogramm

Aufzüge: Jetzt sind in Salzwedel die Nachbarn dran

+
Die Ernst-Thälmann-Straße 47 bis 63 könnte noch dieses Jahr ein neues Dach bekommen. Angebote werden gerade eingeholt.

Salzwedel – Die Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Salzwedel will auch in diesem Jahr wieder kräftig investieren. Von 2421 Wohnungen, die der Gesellschaft gehören, stehen 208 leer. Schwerpunkt für ein Wiedervermieten sind dabei die oberen Stockwerke der Plattenbauten.

Im vergangenen Jahr wurden an dem Fünfgeschosser Friedensring 37 bis 40 Aufzüge angebaut. Das hat sich die Wohnungsbaugesellschaft 1,5 Millionen Euro kosten lassen.

Zwei weitere Blocks

„In diesem Jahr sind die Nachbarn dran“, sagt der Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft, Christian Märtens. Schon im nächsten Monat soll es am Friedensring 34 bis 36 mit dem Bau von Aufzügen losgehen. Zunächst mit den Gründungsarbeiten. „Im Spätsommer“, so schätzt Christian Märtens, „soll alles fertig sein.“ Dann geht es für die Mieter per Knopfruck nach oben – bis vor die eigene Wohnungstür.

Doch damit nicht genug. Ein weiterer Block am Friedensring bekommt Fahrstühle. An der Nr. 13 bis 15 beginnen die Arbeiten dafür im April. Die Fertigstellung ist noch in diesem Jahr geplant, blickt der Geschäftsführer voraus.

Fördermittel im Spiel

Mit beiden Vorhaben investiert die Stadttochter Wohnungsbaugesellschaft 2,9 Millionen Euro in ihren Bestand. „700 000 Euro davon sind Fördermittel aus dem Aufzugsprogramm des Landes Sachsen-Anhalt“, erläutert Christian Märtens die Finanzierung.

Wobau-Chef Christian Märtens (l.) und Projektleiter Klaus Schulz vor den neuen Fahrstühlen am Friedensring 37 bis 40, die im vergangenen Jahr gebaut wurden. Ab nächsten Monat wird der Nachbarblock – Nr. 34 bis 36 – mit Aufzügen ausgestattet.

Einen weiteren großen Happen könnte auch ein anderes Vorhaben verschlingen. Die Ernst-Thälmann-Straße 47 bis 63 soll ein neues Dach bekommen. Vielleicht noch in diesem Jahr. Doch das muss der Geschäftsführer erst noch ausloten. Gegenwärtig holt er Angebote ein. Dabei fasst er auch die Möglichkeit ins Auge, Photovoltaik-Anlagen auf der nicht gerade kleinen Dachfläche zu installieren. Das ist nicht nur umweltfreundlich, sondern auch der Knackpunkt der Finanzierung. Dürfte die Gesellschaft selbst Strom verkaufen, wäre alles kein Problem. Darf sie aber nicht.

Und so hofft Christian Märtens, dass der Gesetzgeber in dieser Frage endlich neue Regelungen zulässt. Ansonsten wird es für jene Unternehmen, die nur vermieten dürfen, eng, wenn es um die Finanzierung neuer Dächer geht. Denn ansonsten rechne es sich für die Gesellschaft nicht, Solarplatten auf ihren Dächern zu installieren, mit denen andere Geld verdienen.

Leerstand sanieren

Wie schon in den vergangenen Jahren nimmt der Wobau-Chef auch 2020 wieder 600 000 Euro in die Hand, um leer stehende Wohnungen zu sanieren. Und dabei haben künftige Mieter dann auch ein Mitspracherecht. So können sie sich zum Beispiel die Bodenbeläge für ihr künftiges Heim aussuchen.

VON HOLGER BENECKE

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare