Aufgaben wachsen, Personalbestand kaum

Landtagsabgeordneter Lutz Franke überreichte einen Korb mit Kaffee und Leckereien an Burkhard Ringel und Angela Reinecke-Fienhold. Die Geschäftsführerin dankte während eines Pressegesprächs allen Mitarbeitern und ehrenamtlichen Helfern des DRK. Der Silvestertag mit der Neujahrsnacht gehörte auch in diesem Jahr zu den stressigsten Tagen des Rettungsdienstes.
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Landtagsabgeordneter Lutz Franke überreichte einen Korb mit Kaffee und Leckereien an Burkhard Ringel und Angela Reinecke-Fienhold. Die Geschäftsführerin dankte während eines Pressegesprächs allen Mitarbeitern und ehrenamtlichen Helfern des DRK. Der Silvestertag mit der Neujahrsnacht gehörte auch in diesem Jahr zu den stressigsten Tagen des Rettungsdienstes.

Salzwedel – cz. Angela Reinecke-Fienhold schaut mit einem Lächeln aber auch mit etwas gemischten Gefühlen auf das neue Jahr. Wie die Geschäftsführerin des DRK-Kreisverbandes dem Landtagsmitglied Lutz Franke, der am Freitag kleine Geschenke vorbeibrachte, erklärte, werden vor allem die Zivildienstleistenden fehlen.

Zwischen acht und zehn junge Menschen nutzten bisher jährlich die Chance, die Vielfalt der sozialen Arbeit kennen zu lernen. Oftmals prägten die Eindrücke das weitere Leben und hatten Einfluss auf die Berufswahl. Auf diese Arbeitskräfte muss auch der Salzwedeler Kreisverband künftig verzichten. Für das nächste halbe Jahr gibt es noch zwei Zivildienstleistende, dann ist Schluss. Ob der von der Politik angekündigte Freiwilligendienst wirklich die Lücke schließen kann, bleibt offen. Angela Reinecke-Fienhold ist sehr skeptisch.

Sie geht davon aus, dass das DRK gerade im Bereich Seniorenbetreuung weniger leisten kann als bisher. So wurden bisher hilfsbedürftige Senioren beim Einkaufen oder der Grabpflege unterstützt. Diese lieb gewordenen Gewohnheiten können in Zukunft wohl nicht mehr geboten werden. Die Nachfrage ist aber da. Immer mehr ältere Menschen leben im Altmarkkreis. Dies wird auch beim ambulanten Pflegebereich des DRK deutlich. Vor fünf Jahren waren es noch fünf Mitarbeiter, derzeit sind es acht.

Ein Wachstum wird zudem bei den Einsatzzahlen der Rettungsstellen Salzwedel, Dähre und Klötze verzeichnet. Auch wenn die Statistik für 2010 noch nicht fertig ist, konnte die Geschäftsführerin bereits Zahlen nennen. So werden es über 8000 Einsätze sein. „Wir haben pro Jahr etwa 400 mehr“, beschreibt Angela Reinecke-Fienhold den Anstieg. Und das obwohl immer weniger Menschen im Altmarkkreis wohnen. Der Anstieg wird unter anderem auf die geringere Zahl von Hausärzten sowie die Tatsache, dass die verbliebenen Mediziner immer öfter auf die Rettungsdienste verweisen, zurückgeführt. Angela Reinecke-Fienhold appellierte darum am Freitagvormittag an alle Altmärker, möglichst nur bei akuten gesundheitlichen Problemen den Notruf zu wählen.

Probleme mit den Ehrenamtlichen gibt es kaum. Denn die rund 160 Freiwilligen erfüllen das Deutsche Rote Kreuz im Altmarkkreis mit viel Leben. Sie engagieren sich zum Beispiel bei den regelmäßigen Blutspenden, dem Sanitätszug, dem Jugendrotkreuz, der Wasserwacht, der Rettungshunde-stafel und bei den Notfallseelsorgern. Das DRK kümmert sich um eine intensive und fachgerechte Ausbildung. Das gilt natürlich auch für die 42 fest angestellten Mitarbeiter. In diesem Bereich wird es allerdings ebenfalls immer schwieriger, neue Kräfte zu gewinnen. So bewerben sich längst nicht mehr so viele Arbeitssuchende wie noch in den vergangenen Jahren.

Der Kreisverband versucht mit einer familiären Atmosphäre Anreize zu schaffen und gibt auch Menschen eine Chance, deren Schulzeugnisse nicht allzu gut sind. Wie die Geschäftsführerin in der lockeren Gesprächsrunde erklärte, würde das DRK im Gegenzug viel Engagement und Treue erhalten. Treu zur Seite stehen auch die rund 1700 fördernden Mitglieder. Mit ihrer Hilfe kann gerade im ehrenamtlichen Bereich einiges erreicht werden. So kostet zum Beispiel eine Einsatzkleidung zwischen 400 und 500 Euro. Der Kreisverband achtet trotz der knappen Kassen auf eine gute sowie sichere Ausrüstung – dies steht natürlich auch 2011 im Blickpunkt.

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