Stürme Paul, Xavier und Herwert zerstören tausende Kiefern und Eichen

Westliche Altmark: Aufforsten bis Mai 2018

Mit schwerer Technik wird seit einigen Tagen das Waldstück zwischen Groß Chüden und Riebau aufgearbeitet. Bis Mai 2018 ist geplant, alle Flächen von den drei Jahresstürmen beschädigten und umgekippten Kiefern- und Eichenbäumen zu beseitigen. Fotos (4): ann
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Mit schwerer Technik wird seit einigen Tagen das Waldstück zwischen Groß Chüden und Riebau aufgearbeitet. Bis Mai 2018 ist geplant, alle Flächen von den drei Jahresstürmen beschädigten und umgekippten Kiefern- und Eichenbäumen zu beseitigen. Fotos (4): ann

ann Groß Chüden / Riebau. Mehrere hunderte Hektar Kiefern- und Eichenwald sind durch die drei Stürme Paul, Xavier und Herwart in diesem Jahr in den Wäldern der Forstbetriebsgemeinschaft Mechau / Riebau sowie Fleetmark zerstört worden.

Darüber informierten gestern während einer Waldbesichtigung Helmut Jachalke, Leiter des Betreuungsforstamtes Westliche Altmark, der zuständige Revierförster Frank Harder sowie Maria Dolge, Pressesprecherin des Landeszentrums Wald und derzeitige Waldkönigin Sachsen-Anhalts. Komplettiert wurde die Runde durch den Vorsitzenden der Forstbetriebsgemeinschaft Riebau-Mechau Horst Mollenhauer und Philipp Nahrstedt, Forstratsreferendar des Betreuungsforstamtes Westliche Altmark.

Revierförster Frank Harder (r.) erklärt Maria Dolge (v.l.), Helmut Jachalke und Horst Mollenhauer die Datenspeicherung.

Wie groß die Schadensfläche und Höhe der Stürme Paul am 22. Juni, Xavier am 5. Oktober und Herwert am 28. Oktober entlang der B 190 von Ritze bis Arendsee insgesamt sind, konnten die Förster noch nicht beziffern. Größere Schäden haben die drei Stürme in den Wäldern der Region um Groß Chüden und Riebau angerichtet. Tausende 80 bis 100 Jahre alte Kiefern und noch ältere Eichen rissen die drei Stürme in diesem Jahr aus der Erde oder köpften sie. „Es waren die größten Stürme der vergangenen Jahre. Den letzten großen Sturm hatten wir Ende 2011. Wir sind froh, eine Firma aus der naheliegenden Umgebung gefunden zu haben, die diese Flächen hochmaschinell aufarbeitet“, stellt der zuständige Revierförster Frank Harder klar. Nicht unerwähnt ließ er, dass die hochmaschinelle Aufarbeitung das Unfallrisiko gering hält und damit auch die Beseitigung der Schäden zügig vorangeht. Er betreut insgesamt sieben Forstbetriebsgemeinschaften. Zur Betreuungsfläche von Harder gehören die beiden am stärksten vom Sturm betroffenen Forstbetriebsgemeinschaften Riebau-Mechau mit 1250 Hektar und Fleetmark mit einer Betreuungsfläche 1150 Hektar.

Mehrere Hektar große Flächen von Kiefernholz müssen im Bereich Groß Chüden und Riebau noch aufgearbeitet werden.

Doch die Aufarbeitung der Waldflächen ist mit einigen Problemen verbunden, wie Jachalke und Harder vor Ort sagten. „Einige Waldbesitzer arbeiten die Flächen selbst auf. Das ist mit Risiken verbunden, weil sie zum Teil auch nicht die entsprechende Technik vorhalten können“, merkte der Betreuungsforstamtsleiter an. Philipp Nahrstedt ergänzt: „Die Aufarbeitung der zerstörten Bäume und Waldflächen sollte niemals jemand alleine machen, sondern immer mindestens mit einer zweiten Person, um im Ernstfall Hilfe zu holen.“

Betreuungsforstamt Westliche Altmark in Daten und Zahlen: 

- 39.300 Hektar Gesamtwaldfläche (ca. 7000 Waldbesitzer) - Elf Forstbetriebsgemeinschaften mit 22.500 Hektar Wald werden durch zwölf Revierleiter des Forstamtes ständig betreut und 4100 Waldbesitzer damit erreicht - Durch die Betreuung des Forstamtes werden über 80.000 Festmeter Holz jährlich eingeschlagen - Auf ca. 28 Hektar wird jährlich Waldpflege betrieben - Jährliche Wiederaufforstung von knapp 120 Hektar - annähernd 200 Hektar Kulturen werden gepflegt

Frank Harder ist ein erfahrener Grünrock mit einem langen Berufsleben. Dennoch verschließt er sich auch nicht den neuen, modernen Techniken. Auf einem Laptop hat er seine Flächen der sieben Forstbetriebsgemeinschaften mit den Eigentümern gespeichert. Das war gerade bei der Auflistung der Waldbesitzer nach den jüngsten Sturmschäden wichtig. Bei 336 Waldbesitzern in den Forstbetriebsgemeinschaften Riebau- Mechau und Fleetmark hat Frank Harder eine Herkulesaufgabe zu bewältigen: Alle Waldbesitzer ausfindig zu machen. „Einige Waldbesitzer wohnen weit weg und sind schlecht zu erreichen. Zudem gibt es veraltete Kontaktdaten und einige wissen gar nicht, dass sie Wald in mehreren Generationen besitzen“, merkt Harder an. Ein weiteres Sorgenkind bei der Aufforstung des Sturmholzes, so Harder und Jachalke, sind unterschiedlich großen Flächen, die direkt nebeneinander liegen. Manche Waldbesitzer haben 0,5 Hektar, andere drei bis fünf und noch mehr Hektar. Da muss genau aufgelistet werden, wem welches Gebiet und Holz gehört, um es dann auch zu vermarkten.

Auch die Aufforstung läuft unter Regie von Revierförster Frank Harder Doch Kiefern möchte der Förster nicht wieder nachpflanzen. Für ihn kommen nur Douglasien in Frage. Doch bis dahin ist noch etwas Luft. Spätestens bis Mai 2018 möchte er die Aufarbeitung des Sturmholzes in seinen sieben Forstbetriebsgemeinschaften komplett beendet haben.

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