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Auf Streife mit der Salzwedeler Polizei

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Von: Arno Zähringer

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Überwachungsanlagen wie hier am Bürgercenter können Uwe Fehrmann, Franziska Hotopp und der Polizei helfen, eventuelle Straftaten aufzuklären. © Zähringer, Arno

Er ist einer von zwei Regionalbereichsbeamten (kurz RBB) in der Hansestadt und dürfte in Salzwedel etwa so bekannt sein wie der berühmte bunte Hund: Uwe Fehrmann (54) ist seit 1988 bei der Polizei und in der Stadt bekannt.

Salzwedel – Das wird deutlich, wenn er auf Streifengang ist. Zum Beispiel am Silvestertag mit seiner Kollegin Franziska Hotopp (27). Sie ist sonst zwar überwiegend für die Pressearbeit des Polizeireviers Altmarkkreis Salzwedel zuständig, aber wenn es personell eng wird, dann geht natürlich auch sie mit auf Streife. Beide sind im sogenannten Bereich „Zentrale Aufgaben“ bei der Polizei tätig.

In der historischen Altstadt hatte die Stadtverwaltung Salzwedel verboten, an Silvester und Neujahr Böller und Raketen abzufeuern. Grund: In der Altstadt steht eine Vielzahl sehr alter Gebäude, die zum Teil in Fachwerkbauweise errichtet worden sind. Neben Einzelbaudenkmalen sei dieser Bereich als Flächendenkmal in besonderem Maße schützenswert.

Dass diese Vorgabe eingehalten wird, ist ein Grund, warum Fehrmann und Hotopp zu Fuß unterwegs sind. Los geht es in der Burgstraße, danach in den Burggarten. Alles scheint ruhig. Vermutlich „ist später etwas mehr los“, sind sich die beiden Polizisten einig. Trotzdem gehen sie davon aus, dass in Salzwedel wie im vergangenen Jahr alles im Rahmen bleibt.

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Uwe Fehrmann ist seit 1988 bei der Polizei. © Zähringer, Arno

Die nächste Station ist das Bürgercenter. Aber auch dort ist alles ruhig. Ebenso wie in der Großen St. Ilsen- und der Wollweberstraße. Aber bis Dienstschluss um 20 Uhr – Beginn war übrigens um 12 Uhr – könnte ja noch einiges passieren.

Größere Probleme hatte Fehrmann seit Beginn seiner Arbeit als RBB bislang noch nicht. Vielmehr seien die Laute vernünftig, räumen auch ihren Müll weg, wenn sie daraufhin angesprochen werden. Zudem werden diejenigen nicht sofort abgestraft, sondern über ihr Verhalten belehrt. Das reiche meist schon aus, sagt Uwe Fehrmann, der in der Stadt sozusagen „Hinz und Kunz“ kennt. Ihm macht der Job Spaß, auch weil die Aufgaben sehr vielfältig sind und er immer mit Menschen zu tun habe.

Fehrmann ist überzeugt, dass die Einrichtung von Regionalbereichsbeamten eine gute Sache ist. Dadurch bestehe ein besserer Kontakt zu den Einwohnern, Probleme ließen sich im Gespräch leichter lösen. Um zum Beispiel bei Nachbarschaftsstreitigkeiten schlichten und damit zu einer Lösung beizutragen, haben Fehrmann und seine Kollegen spezielle Lehrgänge besucht, um in entsprechenden Situaionen richtig zu reagieren.

Die Prävention ist wichtig

Die Aufgaben von Regionalbereichsbeamten liegen unter anderem in der polizeilichen Prävention, also dem Vorbeugen von Kriminalität, sowie der Verkehrssicherheitsarbeit. Gerade bei älteren Menschen ist die Kriminalitätsprävention sehr wichtig, berichten Hotopp und Fehrmann.

Auch die Zusammenarbeit mit Kitas und Schulen ist ein wesentlicher Bestandteil der Tätigkeit der RBB. Dazu gehört auch die Alkohol- und Drogenprävention. Und bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie unterstützen sie die Ordnungsämter bei den Kontrollen der 3G-Regel und der Einhaltung der Maskenpflicht im ÖPNV.

Das Polizeirevier Altmarkkreis Salzwedel ist übrigens in sechs Regionalbereiche aufgeteilt. Für jeden, also Salzwedel, Klötze, Gardelegen, Diesdorf, Kalbe und Arendsee, sind zwei Beamte vorgesehen. In der Stadt Klötze ist momentan allerdings noch eine Stelle unbesetzt, informiert Hotopp.

Und wie sieht es mit der Akzeptanz der Regionalbereichsbeamten aus? Vor allem Einzelhändler würdigen den Einsatz der RBB, die sozusagen als „Schutzmann an der Ecke“ fungieren. Aber auch die Bürger schätzen den Kontakt und schildern, wenn ihnen ein Problem auf der Seele brennt, sagt Fehrmann. Positiv in diesem Zusammenhang wirke sich die Zusammenarbeit mit den Ordnungsämtern aus.

Wie auch bei der Begleitung des Transports des Salzwedeler Weihnachtsbaumes. Uwe Fehrmann war dafür zuständig, dass der Baum, der den Rathausturmplatz ziert, ohne Probleme von Cheine nach Salzwedel kam. Und wenn – wie kürzlich an der Schiller- / Ernst-Thälmannstraße – die Ampelanlage ausfällt, dann muss auch mal händisch der Verkehr geregelt werden. „Dabei kannst du was erleben“, sagt Fehrmann schmunzelnd.

Alles in allem sind sich Fehrmann und seine Kollegin Hotopp einig, dass in Salzwedel und im Altmarkkreis die Welt noch in Ordnung sei. Zumindest in der Nacht zum 1. Januar. „Unsere Schicht am Silvestertag verlief bis zum Dienstende recht ruhig. Wir hatten keine spektakulären Einsätze“, bilanzieren Franziska Hotopp und Uwe Fehrmann.

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