Veganer Kochabend bringt neue Erfahrungen für den Gaumen und Zuhaus

„Auf Steak bestehe ich trotzdem“

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Fleißige Köchinnen bei der Arbeit.

Salzwedel. Wer sich entschließt, vegan zu leben, muss auf vieles verzichten. Kein Ei, kein Fisch, keine Milch und natürlich ist auch Fleisch ein absolutes No-Go. Kurz: Die Ernährungsweise ist eine ganz besondere Herausforderung.

Wer nun aber denkt, dass Veganer sich ausschließlich von Salat ernähren, dem werden die Teilnehmer des veganen Kochkurses im Mehrgenerationenhaus (MGH) nur ein wissendes Lächeln schenken. Unter den wachsamen Augen von Kerstin Caliva wurde die Welt ohne tierische Produkte erkundet und gemeinsam der Kochlöffel geschwungen.

Kerstin Caliva (r.) behielt im Back- und Koch-Chaos den Überblick.

Auf der Speisekarte standen Polenta-Pizza, Pasta mit Walnusspesto, das sizilianische Gericht Cipatate und als süße Nachspeise Apfelmuffins und Apple Crumble (siehe Rezept). Kerstin Caliva ist Patin des MGH und weiß als Frau des Inhabers des Restaurantes „Da Gaetano“ bestens Bescheid. So dauerte es nicht lang, da zogen bereits verführerische Düfte durch die Räume. Bis auf die Polenta hat sie alle Gerichte selbst schon im Ofen oder auf dem Herd gehabt.

Lisa Howald rührte den Maisgrieß für die Polenta-Pizza an.

Doch das Leben als Veganer kommt für sie nicht in Frage: „Ich bin bekennende Fleischesserin. Denn alles ist gesund, solange es in Maßen gegessen wird.“ Dem schließt sich auch Bundestagsabgeordnete Katrin Kunert an. Sie ist ebenfalls Patin und veranstaltet gemeinsam mit Kerstin Caliva den mittlerweile zweiten Kochabend. „Ich habe zuhause schon viel herum experimentiert. Tofu zum Beispiel schmeckt mir gar nicht“, so Katrin Kunert. Sie ist Fan von Obst und Gemüse, „aber auf mein Steak bestehe ich trotzdem“, erklärt sie mit einem Augenzwinkern.

Bemerkenswerterweise gibt sich nur eine Vegetarierin unter den Köchen und Köchinnen zu erkennen – alle anderen wollen auf Schnitzel und Co nicht verzichten. Aber das müsse man auch gar nicht, sind sich alle einig. Das große Ziel des Abends ist stattdessen Neues kennenzulernen und neben einem gut gefüllten Magen auch Erfahrungen mit nach Hause zu nehmen.

Was MGH-Mitarbeiterin Elke Bukowski besonders freut, ist, dass das Mehrgenerationenhaus seinem Namen an diesem Abend gerecht wird. „Die Jüngste ist neun, der älteste Teilnehmer ist 72.“ Die Jüngste, das ist Lisa Howald. „Ich habe bei der Polenta-Pizza mitgeholfen und freue mich aber vor allem auf den Nachtisch“, gibt sie zu. Den hat der Älteste, Ulrich Ungewickell, zubereitet. Es gibt Apple Crumble. „Ich probiere in der Küche gern neue Sachen aus“, so der Senior. Zwischendurch wird auch mal genascht. Denn auch vegan schmeckt eben super lecker.

Von Melanie Friedrichs

Rezept

Apple Crumble (= Apfelkrümel) 

Apple Crumbe (=Apfelkrümel).

... ist eine Nachspeise der englischen und US-amerikanischen Küche.
Zutaten:
• 6 Äpfel
• 300 Gramm Dinkelmehl
• 200 Gramm Zucker
• eine Prise Salz
• 240 Gramm vegane Margarine
• Vanillezucker
• Zimt

Schritt 1: Äpfel schälen und würfeln, eine Auflaufform fetten und die Apfelstückchen gleichmäßig hineinlegen.

Schritt 2: Die weiche Margarine mit dem Dinkelmehl, dem Zucker, der Prise Salz, dem Vanillezucker und dem Zimt verkneten. So lange kneten, bis kleine, feste Streusel entstehen. Gegebenenfalls mehr Zucker und Mehl hinzufügen.

Schritt 3: Die Äpfel mit den Streuseln bedecken, bis diese nicht mehr sichtbar sind. Dann die Auflaufform in den vorgeheizten Ofen stellen und bei 170 Grad Celsius 40 bis 50 Minuten backen lassen.

Schritt 4:  Servieren und genießen!

Tipp: Kann auch mit anderen Früchten wie Beeren, Pflaumen oder Erdbeeren ausprobiert werden. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt!


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