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Auch Salzwedeler Einzelhändler kämpfen mit hohen Energiekosten 

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Von: Christian Reuter

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Gaszähler
Die gestiegenen Energiepreise machen auch den Einzelhändlern zu schaffen. Da wirft man vielleicht mal einen Blick mehr auf den Energiezähler. © Patrick Pleul, DPA

Die Energiekosten steigen. Ein Umstand, welcher nicht nur in privaten Haushalten, sondern auch bei lokalen Geschäften spürbar ist. Zwar spiegelt sich dies nicht zwingend in den Preisen wider, doch bei einem Blick durch die Innenstadt von Salzwedel fällt auf, dass viele Schaufenster aktuell unbeleuchtet bleiben. Die Altmark-Zeitung sprach mit einigen Einzelhändlern, um mehr über den jeweiligen Umgang mit den hohen Energiepreisen zu erfahren.

Von Armon Böhm

Salzwedel. Andrea Bürkner, Inhaberin des Bekleidungsgeschäfts Style by Bürkner, spart bereits, wo sie kann. Neben den eingangs erwähnten Schaufenstern, welche auch am Abend unbeleuchtet bleiben, sind auch einige weitere Lampen im Geschäft aus. Ihre Preise seien bislang unverändert geblieben, doch auf einen Kühlschrank im Hinterzimmer, sonst im Sommer bereitgestellte Kaltgetränke sowie Belüftungsanlagen habe sie diesen Sommer verzichtet.

Auch habe Bürkner eine Veränderung in der Kaufkraft wahrnehmen können. Zwar seien die Festtagskollektionen während der Festtage gut weggegangen, doch die übliche Sommerkollektion hätte höhere Restbestände als sonst. Die Leute gingen mit ihrem Geld bedachter um.

Besonders besorgniserregend seien für sie aber die noch kommenden Heizkosten im Winter. Ihr Geschäft müsse für die Umkleiden in einer angenehmen Temperatur bleiben. „Es bringt auch nichts, voreilig Preise zu erhöhen, aber die Preisspirale wird für alle angehoben. Man muss einen Mittelweg finden, zwischen durchkommen und Kunden nicht verprellen“, sagte Bürkner.

Rainer Neitzel, Geschäftsleiter der Buchhandlung Leseland, musste ebenfalls einige Lampen ausschalten. Eine angenehme Atmosphäre sei ihm aber bei der Beleuchtung sehr wichtig. „Würde man hier Leuchtstoffröhren aufhängen, sähe es ja aus wie in einem Labor“, äußerte er.

Allerdings habe er überlegt, auf LED-Lampen umzusteigen. Seine bisherige Beleuchtung spende jedoch viel Wärme – kostenintensiv bei der Stromrechnung, doch einsparend bei der Gasrechnung. Eine Wärmequelle, welche bei LED-Leuchten wegfallen würde.

Zudem sei Neitzel für das Ausliefern von Büchern auf ein Lastenfahrrad umgestiegen, da er so bei den Spritpreisen sparen könne. Doch bei größeren Auslieferungen, wie beispielsweise von Schulbüchern, müsse er doch das Auto verwenden. Schulbücher seien es dafür auch, die sein Geschäft aktuell gut befüllen. Eine geringe Kaufkraft sei für ihn nicht bemerkbar.

Miklos Woidt, welcher den Toma Bike Shop zusammen mit einem Kollegen leitet, könne auch ohne Schulbücher und Festtagskollektionen keinen großen Unterschied feststellen. Wobei bei ihnen durch Zuschüsse der Verkauf von E-Bikes aktuell gut laufe.

Die Energiekosten seien für ihr Geschäft noch kein Problem. Erst im Winter würde sich mit den Heizkosten herausstellen, wie es dem Fahrradladen damit ergeht. In größeren Geschäften sehe es laut Woidt bestimmt kostspieliger aus.

Als größeres Geschäft könnte man beispielsweise die Baumarkt-Handelskette Obi bezeichnen. In der Obi-Filiale in Salzwedel versuche man laut dem stellvertretenden Marktleiter Jörg Dittmer ebenfalls, die Energiekosten möglichst zu senken. Dazu werden Lampen ausgelassen, erst spät angeschaltet, Geräte abgestellt und weitere Energieverbraucher, welche nicht gerade gebraucht werden, heruntergefahren.

Auch hier gebe man die höheren Energie- und Heizkosten bisher nicht an die Kundinnen und Kunden weiter, welche aber ebenfalls zurückhaltender seien. Viele würden sich erst erkundigen und vergleichen, bevor sie zugreifen und kaufen.

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