Region rangiert auf dem dritten Platz / Risiko nur in Bremerhaven und Emscher-Lipper höher

Bedenkliche Erkenntnis: Armutsgefahr in der Altmark

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Armut wird am Einkommen festgemacht.

dpa Berlin. Die Armutsgefährdung ist in Deutschland regional sehr unterschiedlich verteilt. Die Altmark rangiert mit 24 Prozent auf dem dritten Platz.

Bremerhaven war im vergangenen Jahr deutschlandweit mit 28,4 Prozent die Region mit der höchsten Armutsgefährdungsquote, gefolgt von Emscher-Lippe in Nordrhein-Westfalen mit 24,6 Prozent. Dies geht aus aktuellen Daten der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder zu Armutsgefährdungsquoten nach Raumordnungsregionen hervor. Die Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann (Linke) machte anlässlich einer geplanten Debatte im Bundestag über die „Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse in Deutschland“ gestern darauf aufmerksam. Die Werte geben den Anteil der Personen mit einem Einkommen von weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Bevölkerung an. Die Schwelle dieser Armutsgefährdung lag 2017 deutschlandweit bei 999 Euro für einen Einpersonenhaushalt. München hatte mit 8,5 Prozent die geringste Quote an von Armut gefährdeten Menschen. Auf dem zweiten Platz lag die Region Bodensee-Oberschwaben mit 9,1 Prozent, gefolgt von Schleswig-Holstein Süd mit 9,3 Prozent.

Zimmermann, Sozialexpertin ihrer Fraktion, sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Von gleichwertigen Lebensverhältnissen kann in Deutschland nicht gesprochen werden.“ Wenn die Bundesregierung es ernst meine mit ihrem erklärten Ziel, solche Verhältnisse zu unterstützen, dürfe es nicht bei Lippenbekenntnissen und Ankündigungen bleiben. „Um Armut zu bekämpfen, braucht es ein umfassendes Konzept“, so Zimmermann. So müsse etwa prekäre Beschäftigung zurückgedrängt werden. Der Bundestag beschäftigt sich derzeit mit dem Ziel, gleichwertige Lebensverhältnisse zu schaffen.

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