Region entwickelte sich in zehn Jahren zum Schlusslicht im Land

Armutsbedrohte Altmärker

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22,9 Prozent der Altmärker standen 2018 weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung.

Magdeburg – Die Altmark hat einer Statistik zufolge die bundesweit zweithöchste Armutsquote in Deutschland.

Von den knapp 200 000 Einwohnern im Norden Sachsen-Anhalts lebte im vergangenen Jahr mehr als jeder fünfte unterhalb der Armutsschwelle, 2018 waren es 22,9 Prozent, wie aus dem gestern veröffentlichten Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbands hervorgeht. Die Quote für ganz Deutschland lag demzufolge bei 15,5 Prozent, die landesweite für Sachsen-Anhalt bei 19,5 Prozent.

Die Altmark zähle zu den Regionen, die sich im Zehnjahresvergleich besonders schlecht entwickelt hätten, hieß es. 2008 habe die Armutsquote dort noch bei 18,4 Prozent gelegen und damit unter dem ostdeutschen Durchschnitt. Seitdem wandelte sie sich laut dem Paritätischen von Sachsen-Anhalts Region mit dem geringsten Armutsproblem zum Schlusslicht. Die Statistik zeigt aber auch, dass die Armutsquote in der Altmark in den sechs Jahren zuvor stets höher war als 2018. Niedriger lag sie zuletzt 2011 mit 19,9 Prozent.

Der Bericht unterscheidet für das Land vier Regionen: Magdeburg mit einer Armutsquote von 18,3 Prozent, Halle mit 20,9 Prozent und Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg mit 17,8 Prozent.

Für den „Armutsbericht 2019“ hat der Verband nach eigenen Angaben bereits veröffentlichte Zahlen des Statistischen Bundesamts zur sogenannten Armutsgefährdungsquote in Bund und Ländern ausgewertet und daraus errechnet, wie sich Armut regional in Deutschland verteilt. Dabei zeichnen sich nach Angaben des Paritätischen „besorgniserregende Entwicklungen und neue Problemregionen insbesondere in Westdeutschland ab“. Es gebe eine wachsende Kluft zwischen Wohlstandsregionen vor allem im Süden und Armutsregionen im Osten und Westen Deutschlands.

Armut wird in Deutschland über das Haushaltseinkommen und die daraus folgenden Möglichkeiten an gesellschaftlicher Teilhabe definiert. Wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung hat, gilt als armutsgefährdet. Für die Armutsquote wurden dem Bericht zufolge alle Personen gezählt, die in Haushalten leben, deren Einkommen diese Grenze unterschreitet.  dpa

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