Arbeiten wie einst Gutenberg

Druckwerkstatt im Kunsthaus vor allem bei Kindern ein Renner

Der neunjährige Oscar druckt für seinen Bruder eine Weihnachtskarte. Björn Kahle (l.) betreut zusammen mit Anne Buch die Druckwerkstatt im Kunsthaus. Beide wollen die Technik in den Fokus der Öffentlichkeit bringen.
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Der neunjährige Oscar druckt für seinen Bruder eine Weihnachtskarte. Björn Kahle (l.) betreut zusammen mit Anne Buch die Druckwerkstatt im Kunsthaus. Beide wollen die Technik in den Fokus der Öffentlichkeit bringen.

Salzwedel – Hat sich der Benutzer einer Druckermaschine verschrieben, lässt sich das nicht so einfach, etwa mit einer Löschtaste wie am Computer, wieder entfernen. Neues Papier wird benötigt, und die Druckvorlage muss per Hand korrigiert werden.

Das ist nicht immer so leicht machbar, besonders wenn derjenige noch ein Kind ist.

Dennoch hatten jüngst gerade die jungen Salzwedeler viel Spaß in der Druckwerkstatt im Kunsthaus. Denn sie konnten Weihnachtskarten drucken.

Das Stecken der Buchstaben: Diese müssen von rechts nach links und auf dem Kopf angeordnet werden.

Zu Beginn mussten erst einmal die einzelnen Buchstaben gesteckt werden. Erste Hürde dabei: Diese werden nicht von links nach rechts angeordnet, sondern spiegelverkehrt von rechts nach links und zu aller Verwirrung noch auf dem Kopf.

Auch der neunjährige Oscar empfand das Stecken der Buchstaben als den schwierigsten Teil des Druckprozesses. Schnell konnte es da nämlich passieren, dass der gesteckte Satz einen Fehler enthielt, der erst durch den Druck sichtbar wurde.

Zum Glück sind Weihnachtskarten meist nur mit wenigen Buchstaben versehen. Allerdings wurden in früheren Zeiten auf diese Art und Weise ganze Bücher erstellt oder kopiert.

Nicht nur Buchstaben lassen sich drucken, sondern auch Bilder. Allerdings nur in einer einzigen Farbe.

Anne Buch und Björn Kahle, die die Druckwerkstatt im Kunsthaus betreuten, haben große Zukunftspläne. Da immer mehr Künstler mit Druckmaschinen arbeiten, wurde der 15. März zum Tag der Druckkunst erklärt – dieser genießt nicht umsonst den Status Kulturerbe.

Im kommenden Jahr wollen die beiden Salzwedeler Künstler ab dem besagten 15. März wöchentlich Vorhaben in der Druckwerkstatt anbieten. Sogar Pläne von selbst gedruckten Büchern hat Björn Kahle auf der Agenda. Allerdings müsse bis dahin der Bestand an Buchstaben für die Maschine um einiges erweitert werden. Es bleibt dabei: Das Stecken ist der schwierigste Teil.

VON PAUL W. HIERSCHE

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