(K)ein Leben verschenken / Tierheim in Platznot

Anzahl der ausgesetzten Tiere steigt nach den Feiertagen

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Auf Mitarbeiterin Franziska Thiemann warten in Hoyersburg jeden Tag viele Tiere. Damit es nicht noch mehr werden, sollte auf tierische Weihnachtsgeschenke verzichtet werden.

Salzwedel. Wenn sich Kinder ein Haustier wünschen, fällt es Eltern oft schwer, sich gegen das herzerweichende Betteln der Kleinen durchzusetzen. Gerade ein tierisches Weihnachtsgeschenk unter dem heimischen Weihnachtsbaum kann dann für Begeisterung sorgen.

Dem widerspricht Ingrid Ringleb vom Tierschutzverein Salzwedel heftig: „Viele Tiere landen nach den Feiertagen im Tierheim, weil erst hinterher gemerkt wird, welch hoher Aufwand mit so einem Tier verbunden ist.“ Es müsse bewusst sein, dass ein Halter zehn bis 15 Jahre für das spontane Weihnachtsgeschenk verantwortlich ist. Deutschlandweit steigen nach den Feiertagen die Zahlen der ausgesetzten und abgebenen Tiere stark an.

Und schon jetzt warten so viele Katzen und Hunde im Tierheim Hoyersburg auf ein neues Herrchen, dass die Mitarbeiter der Einrichtung die Mammutaufgabe der täglichen Versorgung kaum stemmen können. Zwischen den Jahren, das heißt bis Montag, 4. Januar, bleibt das Tierheim deshalb für Besucher geschlossen. Außerdem ist in dieser Zeit auch Vermittlungsstopp, um den Tieren den Weihnachtsstress zu ersparen. Gassigeher und freiwillige Helfer sind jedoch weiterhin willkommen.

„Besser ist es, eine Patenschaft für das Tier zu verschenken, sich beraten zu lassen und dann in aller Ruhe zu entscheiden. Wer ein Tier verschenkt, verschenkt ein Leben“, macht Ringleb klar.

Die Weihnachtszeit hält zudem viele potenzielle Gefahren für neugierige Vierbeiner bereit. Auf brennende Kerzen sollten Besitzer möglichst verzichten. Auch von schokoladigen Leckerbissen ist abzusehen. „Schokolade ist Gift für Katzen und Hunde“, weiß Ringleb, „also lieber nicht offen rumliegen lassen.“

Für Silvester hat die Tierschützerin ebenfalls Tipps. „Hunde sollten nicht unangeleint herumlaufen, und wenn die Zeit der Knallerei losgeht, ist es am besten, die Tiere ins Haus zu holen.“ Denn der laute Krach kann dem feinen Gehör der Vierbeiner schaden und im schlimmsten Fall für Unfälle sorgen. Wer seinem Tier einen Gefallen tun will, lässt von Böllern und Co. lieber die Finger. „Das Geld kann man sparen und stattdessen an das Tierheim spenden.“

Von Melanie Friedrichs

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