Saftiger Streit um eine Sackgasse

Anwohner des Brietzer Wiesenwegs wollen keinen Ausbau ihrer Straße

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Der Wiesenweg in Brietz ist ein Plattenweg – und Sackgasse. Ein Ausbau der Straße sei aufgrund des fehlenden Durchgangsverkehrs nicht notwendig, sagen die Anwohner. Doch der Ortschaftsrat pocht auf gemachte Pläne. 

Brietz – Dass Einwohner gegen den Ausbau von Straßen (und damit auch dem Zahlen von Ausbaubeiträgen) vorgehen, ist seit den Südbockhorn-Protesten in Salzwedel bekannt. Doch auch abseits davon gibt es einen ähnlichen Fall – nämlich in Brietz.

Vier Anwohner des Wiesenwegs, einer Plattenstraßen-Sackgasse, saßen am Montagabend im Chüttlitzer Dorfgemeinschaftshaus, um dem Ortschaftsrat ihren Unmut mitzuteilen.

Sie wollen den Ausbau nicht, hieß es während einer teils polemisch geführten Diskussion mit den Ortsräten. Die Straße, auf der ohnehin kein Durchgangsverkehr fließt, sollte doch zurückgestellt werden, forderten die Anwohner. Da gebe es doch sicherlich andere Fahrbahnen, die dringender zu machen seien. Seit 20 Jahren sei nichts gemacht worden, da müsse nun auch nichts mehr passieren. Hintergrund dürfte allerdings auch der sein: Bei einem Ausbau müssen die Anwohner 90 Prozent der Kosten tragen.

Ortsbürgermeister Wolfgang Kappler und seine Räte wollten die Sache aber nicht einfach auf sich beruhen lassen: Denn: „Alle haben mit der Baugenehmigung eine Information erhalten, dass dort eine Erschließung sein muss“, so Kappler. Da sei auch im sogenannten Bebauungsplan festgeschrieben, den die Ortschaft umsetzen will und muss. Aber: Noch stehe die konkrete Planung nicht an. „Wir gehen Schritt für Schritt alle Baustellen an“, erklärte der Ortschef am Montag, dass der Wiesenweg nur eine von mehreren Projekten in der Ortschaft sei.

Der Ausbau des Wiesenwegs dürfte nun die Stadtpolitik beschäftigen. Am Montag gab es keine Einigung.

VON JENS HEYMANN

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