Insolvenzantrag läuft / Entscheidung der Investitionsbank, den Geldhahn zuzudrehen, ist umstritten

Anwalt verwaltet Tourismusverband

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Der Tourismusverband Altmark arbeitet unter Aufsicht eines Insolvenzverwalters weiter.

Altmark. Im Insolvenzantragsverfahren des Tourismusverbandes Altmark ist jetzt die vorläufige Verwaltung des Vermögens angeordnet worden, teilt der Pressesprecher des Amtsgerichts Stendal, Michael Steenbuck, auf Anfrage der AZ mit. Die Entscheidung sei am 18. Juni gefallen.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde durch das Amtsgericht Rechtsanwalt Christoph Schulte-Kaubrügger von der White & Case Insolvenz GbR Magdeburg bestellt.

Verfügungen des Verbandes (zum Beispiel Zahlungen) sind laut Beschluss nur noch mit Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters wirksam. Dessen Aufgabe sei es nun, ein Gutachten zu erstellen, aus dem hervorgeht, ob die Liquidität für die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens ausreichend ist, erklärt Steenbuck. Das könne einige Monate dauern. Seien nicht genügend Mittel vorhanden, könne ein solches Verfahren auch „mangels Masse“ abgelehnt werden.

Der Tourismusverband Altmark musste Anfang Mai Insolvenz anmelden, nachdem die Investitionsbank des Landes (IB) den Geldhahn zugedreht hatte. Fördermittel für 2018 wurden nicht bewilligt und erhebliche Summen aus Vorjahren zurückgefordert. Begründet wurde das damit, dass das Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten sei und daher nicht gefördert werden dürfe (AZ berichtete).

Dem Vernehmen nach geht es um einen vierstelligen Betrag, mit dem das Konto des Verbandes bei einer Prüfung Ende 2017 in den Miesen war. Zu diesem Zeitpunkt standen aber Mitgliedsbeiträge und andere Einnahmen noch aus. Zum Jahresabschluss soll die Bilanz wieder ausgeglichen gewesen sein.

Ob der Verband also wirklich in existenzbedrohenden Schwierigkeiten war oder erst die Entscheidung der IB zur Zahlungsunfähigkeit führte, ist umstritten.

Von Christian Wohlt

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