Einziger Seuchenort im Land

Amerikanische Faulbrut in Klötze hält Behörden auf Trab

Nicht registrierte oder gar herrenlose Imkerstände tragen zur Ausbreitung der Faulbrut bei. Auch in Klötze ist dieses Phänomen aufgetreten.
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Nicht registrierte oder gar herrenlose Imkerstände tragen zur Ausbreitung der Faulbrut bei. Auch in Klötze ist dieses Phänomen aufgetreten.
  • Jens Heymann
    VonJens Heymann
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Altmarkkreis – Mit der im vergangenen Oktober in Klötze ausgebrochenen Amerikanischen Faulbrut hat das Veterinäramt des Altmarkkreises noch immer zu tun.

138 Bienenvölker von 19 Imkern sind mittlerweile beprobt worden, bei 22 Populationen wurden die Experten fündig.

Doch Bienen von 16 weiteren Imkern könnten laut Behörde mit den infizierten Völkern in Kontakt gekommen sein. Auch diese müssen untersucht werden, was sich aufwendig gestaltet, da nicht alle dieser Kontaktimker aus Sachsen-Anhalt stammen.

Überhaupt stellt weniger der Erreger an sich ein Problem dar, sondern das Verhalten der Menschen – so der Eindruck von Außenstehenden. Denn die Seuche könnte besser bekämpft werden, wüsste das Veterinäramt von allen Bienenvölkern in einer Region. „Einige melden sich erst, wenn die Seuche da ist“, weiß Amtstierarzt Ramon Rulff aus Erfahrung und spricht die Meldepflicht für Bienenvölker an.

Die Zusammenarbeit mit den Imkervereinen klappe gut, aber da gebe es noch diejenigen, von denen keiner weiß. Skurril wird die Sache dann, wenn ein solcher nichtregistrierter Imker stirbt und seine Völker sich selbst überlassen werden. Das sei allein im Klötzer Raum dreimal passiert, berichtet Rulff. Die Bienen würden nicht mehr begutachtet und seien damit der Faulbrut ausgeliefert.

Durch den eingerichteten Zehn-Kilometer-Sperrbezirk um Klötze sind 40 Ortschaften von Apenburg bis Zichtau betroffen. Bis Frühjahr laufen die Verbrennungs- und Desinfektionsmaßnahmen.

Der Altmarkkreis untersucht außerdem, ob es eine genetische Verwandtschaft zum Faulbrutausbruch 2013 bei Kunrau gibt.

VON JENS HEYMANN

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