Die zweigleisigen Pläne der Bahn

Amerika-Linie mit weiterer Schiene und Schallschutz in Salzwedel

Bahnschienen.
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Im Bereich des Salzwedeler Bahnhofs soll ab der Ritzer Brücke ein weiteres Gleis (rot) gebaut werden, plant die Bahn.
  • Holger Benecke
    vonHolger Benecke
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Die Bahn plant bis 2028 den zweigleisigen Ausbau der Amerika-Linie. Salzwedel soll ein weiteres Gleis im Bahnhof und Schallschutz bekommen, Pretzier eine Brücke und ebenfalls Schallschutz. 

Salzwedel – Die Deutsche Bahn stellte am Mittwochabend in einer Online-Konferenz ihre Ausbauvorhaben an der Amerika-Linie vor. Es ging um den nördlichen Teil des sogenannten Ostkorridors der Ausbaustrecke Uelzen–Stendal–Magdeburg–Halle. Die gesamte Strecke soll zweigleisig ausgebaut werden. Nächstes Jahr soll begonnen werden. Das Ende ist für 2028 anvisiert. Letzteres betrifft auch das zweite Gleis zwischen Uelzen und Salzwedel sowie zwischen Hohenwulsch und Stendal. Neben dem Streckenausbau spielt der Schallschutz eine große Rolle.

An den Kleingartenanlagen „Flögsand“ (Bild), „Morgensonne“ und „Am Stadtrand“ ist Schallschutz geplant.

Während derzeit zwischen Salzwedel und Stendal in beiden Richtungen 85 Züge unterwegs sind, sollen es 2030 dann 236 sein. Dazu sind geplant: ein zusätzliches Gleis im Salzwedeler Bahnhofsbereich (ab Ritzer Brücke), eine Verlängerung der Bahnsteige 2 und 3, 22 Kilometer Lärmschutzwände und 28 Kilometer „besonders überwachtes Gleis“ mit Gesamtkosten von 66 Millionen Euro. Bei dem „besonders überwachten Gleis“ wird bei Bedarf die Schienenoberfläche immer weiter glatt geschliffen, um Rollgeräusche zu mindern. Bei 1200 Gebäuden sind aktive Lärmschutzmaßnahmen vorgesehen, bei 265 Gebäuden passiver Schallschutz.

Auch für die Bahnhofsausfahrt Salzwedel in Richtung Uelzen sind zu beiden Seiten der Amerika-Linie Schallschutzwände vorgesehen. 2030 sollen dort nach dem zweigleisigen Ausbau 236 Züge in beiden Richtungen pro Tag rollen.

In Mehrin, Kerkau, Ortwinkel, Königstedt, Brietz und Andorf werde der Schallgrenzwert nicht überschritten, haben die Planer ermittelt. Aktiver Schallschutz sei in Beese, Brunau-Packebusch, Plathe, Lübbars, Fleetmark, Klein Gartz, Pretzier, Ritze, Salzwedel, Chüttlitz, Rockenthin, Hestedt und in Klein und Groß Grabenstedt vorgesehen. Passiv sollen Rademin (Einzelhäuser) und Groß Chüden geschützt werden.

Eine Rasterlärmkarte ohne Lärmschutz.

In Sachen Streckenkreuzungen hat die Bahn die B 190 (Pretzier) und die K 1387 (Rockenthin) im Visier. Dort laufen noch die Vorplanungen, der Varian-tenentscheid – Brücke oder Tunnel – tendiert bei beiden in Richtung Brücke, die aber an einer anderen Stelle als die gegenwärtige Bahnkreuzung gebaut werden soll.

Eine Rasterlärmkarte mit Lärmschutz.

Bei allen anderen die Strecke kreuzenden Straßen wird mit Schrankenschließzeiten von bis zu 25 (tagsüber) und 30 Minuten (nachts) pro Stunde gerechnet. Das sind: Rademin-Klein Gartz, Königstedt-Klein Gartz, Stappenbeck-Riebau, Pretzier-Groß Chüden, Wirtschaftsweg bei Chüden, Bundesfeldweg bei Ritze, K 1376 bei Chüttlitz, Wirtschaftsweg bei Brietz, Wirtschaftsweg bei Cheine, Wirtschaftsweg bei Rockenthin und L 6 bei Klein Grabenstedt.

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