Fünf Prozent der deutschlandweiten Population in der Region

Altmarkkreis wird zur Braunkehlchen-Heimat

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Dieter Leupold vom BUND an der ehemaligen Grenze zwischen Schrampe und Schmarsau. Dort wurde neu gepflanzt, um auch dem Braunkehlchen (kl. Foto) wieder eine bessere Heimat zu geben. Die Zeit zeigt: Paare brüten verstärkt.

Altmarkkreis. Das Braunkehlchen gilt als Charaktervogel am Grünen Band, entlang der einstigen innerdeutschen Grenze. Doch die Tierart fühlt sich längst nicht überall wohl, der Bestand ist rückläufig.

Darauf weist der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hin. In der westlichen Altmark gibt es ebenfalls Sorgen. Etwa fünf Prozent der deutschlandweiten Population ist dort Zuhause, doch auch im Kreis nehmen die Zahlen ab. Der BUND, der in Salzwedel ein Büro betreibt, versucht gegenzusteuern. Als Ursache wurde von den Experten intensiv genutzte Agrarlandschaft ausgemacht. Das Braunkehlchen bevorzugt als Lebensraum ein offenes artenreiches Grünland. Zum Brutbiotop gehört außerdem eine vielfältige Krautschicht zur Nahrungssuche, vor allem aber müssen höhere Einzelstrukturen vorhanden sein. Dazu zählen verschiedene Gehölzarten.

Um dies zu erreichen, muss manchmal aber erst zur Säge gegriffen werden. An der Landesgrenze zwischen Schrampe und Schmarsau wurde Wildwuchs beseitigt. Denn der monotone Bewuchs von Pappeln, Weiden und Birken schreckt Arten wie das Braunkehlchen ab. Sie nehmen diese Bäume aufgrund ihrer Beschaffenheit nicht als Ansitz oder Brutquartier an.

Der Gehölzriegel wurde dort um 80 Prozent ausgelichtet. Statt- dessen wachsen dort nun Arten wie Brombeere, Weißdorn, Rose und Schlehe. Diese Sträucher sind damit ein attraktives Brutrevier für Braunkehlchen. Erfolge seien bereits sichtbar. Nistende Braunkehlchenpaare mit Nachwuchs wurde im vergangenen Jahr gesichtet. Die Maßnahme wurde im Rahmen des Projektes „Lückenschluss Grünes Band“ vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert.

Ein ähnliches Erfolgsbeispiel gab es zwischen Salzwedel und der Landesgrenze. Im Bereich von Klein Chüden siedelten sich ebenfalls wieder verstärkt Braunkehlchen an. So wurde dort mit Landwirten vereinbart, durch späteres Mähen Ruhezonen zu schaffen.

Von Christian Ziems

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