Bioabfall extra: Trotzdem wird weiter häufig entleert

Altmarkkreis: Mülltonnen sind leichter

+
Das freiwillige System der Biotonne ist inzwischen im gesamten Altmarkkreis angelaufen. Allein im ersten Halbjahr 2019 wurden die Behälter über 23 000 Mal entleert.

Altmarkkreis – Die Biotonne kann seit diesem Jahr überall im Altmarkkreis genutzt werden, auf Anfrage der AZ wurde eine erste Bilanz gezogen. Demnach nutzen 31 Prozent aller Einwohner das Angebote, weitere Nachfragen gebe es.

Der Kreis bezifferte die mindestens angestrebte Anschlussquote bei seinen Planungen auf 30 Prozent. Knapp ein Drittel nutzt bei der Trennung von Bio- und Hausmüll die neuen Behälter.

Dies bedeute aber nicht, dass die alten Angebote weniger häufig in Anspruch genommen werden. „Die Entleerungsstatistik zeigt uns derzeit, dass die Hausmülltonnen fast genauso häufig entleert werden, wie vor der Einführung der Biotonne“, heißt es von der Pressestelle des Kreises, die die Aussagen der Fachleute aus dem Umweltamt und der kreiseigenen Deponie GmbH zusammen gefasst hat.

Hoffnungen von Einwohnern, dass Hausmülltonnen weniger abgeholt werden müssen und damit die allgemeinen Kosten –auch für die Nutzer – sinken, erfüllen sich somit vorerst nicht. Der Abfuhrrhythmus soll für die kommenden drei Jahre unverändert bleiben. „Die Behälterstatistik werden aber zu jedem Jahresende ausgewertet und eine Entscheidung für die Zukunft ist nicht auszuschließen“, teilt der Landkreis der AZ mit. Dabei werde mit Blick auf Kosten und Gebühren immer neu abgewogen.

Veränderungen in der Praxis seien aber spürbar. So sind die Hausmülltonnen nicht mehr so schwer sind, da der feuchte Biomüll in einen anderen Behälter kommt oder auf Komposthaufen entsorgt wird. Die neuen 120-Liter-Biotonnen (8218 Stück) wurden kreisweit vom 1. Januar bis zum 30. Juni exakt 23 218 Mal entleert. Bei der Größe 500 Liter (86 Stück) erfolgte dies 362 Mal. Für 120-Liter-Tonnen werden dafür jeweils 2 Euro fällig (500 Liter / 8,33 Euro). Insgesamt werden für das erste Halbjahr 2019 demnach knapp 50 000 Euro eingenommen. Der Biomüll kommt zur Deponie nach Gardelegen und wird dort kompostiert.

Auf die Frage, ob es Probleme mit Hausmülltonnen gibt, in denen zum Beispiel weiter Essensreste landen, gibt es Entwarnung: Die sogenannte Verunreiniungsquote sei insgesamt gering: „Das System der Biotonne wurde sehr gut angenommen.“ Das Trennen erfolge in den meisten Fällen grundsätzlich wie angedacht, sodass der Abfall aus den Biotonnen auch kompostiert werden kann.

Sollten Nutzer falsche Produkte in den Tonnen werfen, werden sie mit Aufklebern darauf hingewiesen. Hat dies keinen Erfolg, holen die Mitarbeiter die Behälter nicht mehr ab. Eine weitere Möglichkeit, natürliche Materialien aus dem Garten zu entsorgen, bilden die Wertstoffhöfe. Das System soll ausgebaut werden, damit die Wege für die Altmärker möglichst kurz sind. „Ein weiterer Wertstoffhof ist für den Bereich Mieste in Planung. Weitere Gespräche mit Kommunen werden geführt“, informiert der Altmarkkreis Salzwedel.

VON CHRISTIAN ZIEMS  

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare