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Altmarkkreis bundesweit auf Corona-Platz 3: Das sind die Auswirkungen

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Von: Lydia Zahn

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Das hohe Infektionsgeschehen im Altmarkkreis hat bisher noch keine schwerwiegenden Folgen für den Rettungs- und den Öffentlichen Dienst sowie den Kita-Betrieb. © Agenturen

Der 7-Tage-Inzidenzwert des Altmarkkreises lag gestern bei 3.351,2. Hinzugekommen waren 459 Neuinfektionen. Damit liegt der Altmarkkreis bundesweit auf dem 3. Platz – erschreckend.

Salzwedel - Die Vorstellung, dass die vielen Corona-Infektionen sich auf das Gesundheitssystem, die Arbeit der Polizei, der Feuerwehr, der Notfalldienste und die Verwaltungen auswirken könnten, erschrecken umso mehr. Doch laut Pressesprecher der jeweiligen Bereiche, kann Entwarnung gegeben werden. Die Arbeit könne „vollumfänglich ausgeführt“ werden.

Im Notfall: Die 112 hilft immer

Im Notfall die Rufnummer 112 wählen, dann eilt der Rettungsdienst zu Hilfe – auch in Zeiten von Corona oder einem hohen Infektionsgeschehen. Doch die Sanitäter und Ärzte sind auch nur Menschen und können erkranken. „Klar, es fallen immer mal wieder welche aus“, bestätigt Sven Knoche, Vorstandsvorsitzender des hiesigen DRK-Kreisverbandes.

Die Ausfälle würden dann durch andere Mitarbeiter ausgeglichen, erklärt Sven Knoche. Aber: „Sie sind schon an der Belastungsgrenze.“

Auf die Frage, ob ein schnelles und vor allem rechtzeitiges Handeln der Rettungskräfte weiterhin gewährleistet ist, antwortet Knoche mit einem deutlichen „Ja“. „Die Rettung muss möglich sein. Die Rettungswagen müssen besetzt sein. Es wird erwartet, dass die Rettungskräfte einsatzbereit sind. Und das sind wir“, unterstreicht der DRK-Chef.

Aus Sicherheitsgründen würden sich die Mitarbeiter, egal ob geimpft oder nicht, täglich testen und in den Fahrzeugen stets eine Maske tragen. Während des Transportes von Corona-Patienten tragen die Sanitäter einen Vollschutz und nach der Fahrt muss der gesamte Rettungswagen desinfiziert werden, schildert Knoche das Vorgehen.

Auch die ambulante Pflege und das Essen auf Rädern müsse aufrecht erhalten werden. „Ich bin gespannt, wie es weitergeht“, sagt Knoche. Denn ein Blick auf den nächsten Monat bereite ihm Bauschmerzen, da sich ab dem 2. April die Corona-Regeln lockern sollen.

„Trotz anhaltend hoher Infektionszahlen ist ein eingeschränkter Regelbetrieb aufgenommen worden“, erklärt Stadtsprecherin Kirsten Schwerin auf AZ-Anfrage, wie es um die Feuerwehren bezüglich der Corona-Zahlen steht. „Die Einsatzbereitschaft der Ortsfeuerwehren durch geeignete Maßnahmen auch im Infektionsfall sicherzustellen und gleichzeitig Infektionen bestmöglich zu verhindern, obliegt maßgeblich den jeweiligen Ortswehrleitern und Löschgruppenführern“, heißt es.

In der Stadtverwaltung und den nachgeordneten Einrichtungen sei die Arbeit nicht gefährdet. „Allerdings sind beim Personal krankheitsbedingte Ausfälle zu verzeichnen“, so Schwerin. Konkret wurde sie nicht. Um die Arbeitsfähigkeit nicht zu gefährden, werde weiterhin mit festen Terminabsprachen gearbeitet. Lockerungen seien bei der Stadtverwaltung vorerst nicht geplant.

In den Tagesstätten des Kita-Eigenbetriebs der Stadt „funktioniert das im Augenblick noch ganz gut“, berichtet Leiterin Doris Gensch. „Wir müssen keine Einrichtung schließen, wir bekommen das hin“, versichert sie im AZ-Gespräch. Positiv auswirken würden sich auch die seit Januar verkürzten Öffnungszeiten in vielen der Kitas. Die hohen Zahlen würden zurzeit „den Betrieb nicht einschränken“. Doch Kopfzerbrechen bereite ihr, wie auch DRK-Vorsitzenden Knoche, die anstehenden Lockerungen der Corona-Verordnungen im April.

Kommende Lockerungen

Darauf macht auch Landrat Michael Ziche aufmerksam. „Zunehmend wird auf die Eigenverantwortung der Bürger gesetzt“, da „die gesetzlich vorgeschriebenen Einschränkungen bundesweit gelockert werden. Die Möglichkeiten des Altmarkkreises Salzwedel, regional strengere Regeln einzuführen, sind begrenzt.“

Im Hinblick auf die Polizei im Altmarkkreis versichert eine Pressesprecherin der Polizeiinspektion Stendal: „Der Betrieb wird aufrecht erhalten. Wir können unsere Arbeit vollumfänglich ausrichten.“

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