Einzige Rastanlage zwischen Könnern und der Ostsee entsteht bei Dolle

Altmark-Autobahn nimmt Form an

+
Eine breite Schneise für die Autobahn durchzieht die Landschaft. 

Altmark – Es geht voran mit dem Autobahnbau in der Altmark. Fast täglich verändert die Landschaft zwischen Colbitz und Lüderitz ihr Gesicht. Neben der B 189 ist eine breite Schneise für die A 14-Trasse in den Wald geschlagen worden.

Der milde Winter spielt den Bauleuten in die Hände. Vor ihnen sind die Archäologen dran. Bei Dolle und Brunkau sind diese derzeit auf Spurensuche.

Der Eingriff in die Natur wird an anderer Stelle ausgeglichen. So entsteht bei Jävenitz ein 60 Hektar großes Moor, als neuer Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen. Im Wald bei Colbitz haben Fledermäuse einen alten Bunker der Sowjetarmee, der für sie hergerichtet wurde, in Besitz genommen.

Seit Sommer 2017 wird an der Verkehrseinheit (VKE) 1.3 (Colbitz – Tangerhütte) gebaut und zunächst Brücken errichtet. Von den fünf Überführungen ist eine Fledermäusen, eine weitere Wild vorbehalten. In diesem Jahr startet der Fahrbahnbau. Ende 2020 sollen auf der 8,5 Kilometer langen Strecke die Fahrzeuge rollen.

Bei Dolle, an der Anschlussstelle Tangerhütte, entsteht auch das größte Einzelprojekt an der A 14-Neubaustrecke. Die einseitige Tank- und Rastanlage wird 147 Pkw-, 125 Lkw-, 12 Busparkplätze, Kurzzeitparkplätze sowie einen Großraum- und Schwertransportparkplatz bieten. Es wird die einzige Raststätte zwischen Könnern und der Ostseeküste sein.

Für den knapp 15 Kilometer langen Folgeabschnitt, VKE 1.4 (Dolle – Lüderitz) fiel im Sommer 2018 der Startschuss. Wegen komplizierter Bodenverhältnisse sind dort vier Jahre Bauzeit veranschlagt. Baurecht liegt bereits für das Stück Stendal-Mitte bis Osterburg vor. Die Arbeiten können aber erst beginnen, wenn der Planfeststellungsbeschluss für das Zwischenstück bis Lüderitz rechtskräftig ist. In diesem Jahr könnte dort und vielleicht auch für das ebenfalls fertig geplante Stück von Seehausen bis zur Landesgrenze, der nächste Spatenstich gefeiert werden.

Für die anderen beiden Autobahnabschnitte in Sachsen-Anhalt (Dahlenwarsleben – Wolmirstedt; Osterburg – Seehausen) sind die Planungen in der heißen Phase. Der Lückenschluss zwischen den bestehenden A 14-Anschlussstellen Dahlenwarsleben und Schwerin umfasst 155 Kilometer. Er soll 1,4 Milliarden Euro kosten.

Knackpunkt sind noch die Pläne für die Elbquerung bei Wittenberge (Land Brandenburg), gegen die die Umweltschutzorganisation BUND klagt. Der rund 35 Kilometer lange Neubauabschnitt im Nachbarbundesland Mecklenburg-Vorpommern ist seit zwei Jahren fertig.

VON CHRISTIAN WOHLT

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare