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Spaziergang in Salzwedel: Altmärker gehen erneut auf die Straße

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Von: Bernd Zahn

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Am Montagabend waren wieder hunderte Menschen unterwegs, um ihren Unmut über die Corona-Lage, -Verordnungen und -Regeln zum Ausdruck zu bringen. © Zahn, Bernd

120 Bürger waren laut Polizei am Montagabend wieder für einen Spaziergang auf den Straßen in Salzwedel unterwegs. Ein breitgefächertes Bündnis aus Impfskeptikern, Corona-Leugnern und Maskengegnern, die, wie sie sagen, frische Luft mögen und die undurchschaubaren Corona-Bestimmungen nicht mittragen wollen.

Salzwedel – Wenn abends hinter den Wohnstubengardinen der Mehrfamilienhäuser bereits die Fernsehbildschirme flackern, gehen die Spaziergänger ihre übliche Runde durch die still gewordene Hansestadt.

Einige Teilnehmer sehen es als demokratischen Aufbruch, wieder andere, wie ein älterer Mann erzählte, glauben, dass das die neue Bewegung wird, um sich für Friedens- und Freiheitsrechte einzusetzen. Die Motivation der Teilnehmer ist zwar unterschiedlich, der Weg des Spazierganges aber klar.

„Welche andere Möglichkeit haben wir kleinen Leute denn, der Obrigkeit zu sagen, was wir wollen“, meinte eine ältere Frau, die ihr Fahrrad auf der Karl-Marx-Straße entlang schob. Sie komme gerade vom Einkaufen.

Andere verrieten, sie hätten kein Interesse daran zu reden, Erklärungen abzugeben oder Belehrungen zu empfangen – sie seien müde geworden. Außerdem ist in den Reihen der flott dahin schreitenden Spaziergänger von bürokratischer Willkür die Rede.

Vor zwei Wochen schauten die Anwohner an den Straßen noch aus den Fenstern, erklärte ein Arendseer im Gespräch mit der AZ. Das war an diesem Montag aber kaum noch zu beobachten.

Kreissprecherin Inka Ludwig erklärte auf Nachfrage, dass es zu keinen besonderen Vorkommnissen während des Spaziergangs kam. In Salzwedel, Gardelegen, Klötze und Arendsee wären insgesamt knapp 330 Menschen unterwegs gewesen, vor einer Woche waren es noch rund 430. Außerdem informierte Ludwig, dass aktuell weitere Bußgeldbescheide versandt würden.

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