Rubettes, Tremeloes und Animals bringen das Kulturhaus zum Kochen

Alte Idole auf neuem Kurs

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Die Rubettes aus England kamen im typischen Outfit daher. Sie landeten ihren größten Hit und Erfolg mit der Single „Sugar Baby Love“ aus dem Jahr 1974. 

Salzwedel. Um es mit John Ronald Reuel Tolkiens Worten zu sagen: „Die Welt befindet sich im Wandel. “ – auch und gerade in der Musik. Die goldenen Zeiten sind für viele Bands längst vorbei.

Während die einen Hallen, Stadien und ihre Geldbörsen kräftig füllen, müssen sich die anderen durch die Provinz schlagen und bei kleineren lokalen Events auftreten. Zu letzteren zählten am Freitagabend die britischen Bands im Kulturhaus. Die Briten haben zwar Millionen Platten verkauft, unzählige Hits vorwiegend in den 60er- und 70er-Jahren gelandet, trotzdem sind sie meist nur bei Oldie-Events gefragt.

The Trems um Frontmann Jeff Brown hatten sichtlich Spaß auf der Bühne des Salzwedeler Kulturhauses.

Ungerecht – aber so ist das harte Showleben nun einmal. Ein Grund dafür ist plausibel: Die Stimme der Band, der charismatische Sänger, fehlt oftmals. So auch bei den Animals, obwohl Roberto Ruiz den Originalsänger Eric Burdon stimmlich gut ersetzte. Das Bandgründungs- und Hall of Fame-Mitglied John Steel nahm am Schlagzeug Platz. Mit „House of the rising sun“ und „We gotta get out of this place“, da kam schon mal gute Stimmung im Saal auf.

Auch bei den Rubettes wurde deutlich, dass die Oldie-Schaluppe schon längst von modernen Schiffen überholt wurde, die zwar nicht so gemütlich segeln, aber moderner und leistungsfähiger sind. Die Mannschaft dezimiert sich seit Jahren. Der Auftritt der Band vor vier Jahren in Salzwedel war noch wesentlich besser und gelang dieses Mal nicht so spektakulär. Was sicherlich nicht zuletzt daran lag, dass der Kapitän ebenfalls von Bord gegangen ist.

Als die Hits aus alten Zeiten wieder zum Leben erweckt wurden, hielt das Publikum nichts mehr auf ihren Sitzen.

Manchmal segeln die Bands auch unter inoffizieller Flagge und haben gar kein Originalmitglied mehr an Bord: So bei den Trems oder auch The Tremeloes genannt. Auch wenn die Trems-Mitglieder die sieben Weltmeere des musikalischen Erdballs schon bereist haben, sie hatten Spaß in Salzwedel.

Starker Kontakt zum Publikum, lautes Mitsingen der Tremeloes-Hits, eine energiegeladene Show und auch ein paar Brocken in deutscher Sprache. Wundervolle Harmoniegesänge und entspannte Gitarrenspielerei begleiteten Klassiker wie „Silence is golden“, bei dem auf jedem Dorftanz die Post abging. Mit Jeff Brown (Ex-Mitglied von Wildfire) am Mikro brachten sie den Saal zum Kochen und rissen die Gäste von den Stühlen.

Von Bernd Zahn

Rubettes, Tremeloes und Animals rocken im Salzwedeler Kulturhaus

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