Durch Klangkulisse in den Film eintauchen

Als erstes Kino in Sachsen-Anhalt: Bodes rüsten Filmpalast mit neuem Soundsystem aus

Jürgen und Barbara Bode, Filmpalast-Chefs, lassen eine neue Sound-Anlage installieren.
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Jürgen und Barbara Bode, Filmpalast-Chefs, lassen eine neue Sound-Anlage installieren.
  • vonLydia Zahn
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Um ihren Gästen immer wieder ein besonderes Filmerlebnis bieten zu können, beschlossen Barbara und Jürgen Bode, Inhaber des Filmpalastes in Salzwedel, das neue Soundsystem Dolby-Atmos in den Kinosälen eins und vier installieren zu lassen. Mit dem Audioformat soll der Zuschauer eine völlig neue Hörerfahrung machen können.

Salzwedel – Noch intensiver ins Klanggeschehen eintauchen, als wäre man direkt dabei. Hören, wie die Kugel aus dem Lauf schießt und knapp vorbeirauscht oder wie der Regen auf die Erde prasselt. Das neue 360-Grad-Surround-Soundsystem soll genau das ermöglichen, indem es die Kinolautsprecher einzeln ansteuert und den Ton aus der dementsprechenden Position wiedergeben kann. Dafür werden insgesamt rund 60 Lautsprecher an den Wänden, der Decke und hinter der Leinwand verbaut. Vorher war es zirka die Hälfte.

Im Foyer stapelten sich die Kisten mit den neuen Boxen.

„Das Format wächst immer mehr“, weiß Barbara Bode. Und: „Nicht nur der neue ,James Bond’ wird so produziert.“ So hätte es bereits im vergangenen Jahr Filme in diesem Format gegeben. Darunter auch deutsche Produktionen. Dennoch wird Dolby-Atmos nur in ausgewählten Filmen zu hören sein. Welche das sind, wolle das Kinoteam kennzeichnen.

Die neuen Subwoofer und Lautsprecher.

Besonders stolz sind die Bodes darauf, dass sie das erste Kino in Sachsen-Anhalt mit diesem Soundsystem sind. „Wir waren auch ganz knapp das erste Kino mit einem 3D-Film in Sachsen-Anhalt“, berichtet Barbara Bode. Doch die Anschaffung des neuen Surround-Sounds ist nicht ohne. 250 000 Euro kostet das Vorhaben, welches aber mit 80 Prozent durch das Förderprogramm 1 der Bundesregierung unterstützt wird. Dieses zielt auf die strukturelle und nachhaltige Förderung von Kinos im ländlichen Raum ab.

Neue Halterungen für Lampen und Lautsprecher mussten angebracht werden.

Seit knapp zwei Wochen laufen die Arbeiten schon, wie Jürgen Bode erklärt. Der Kinosaal eins solle nächste Woche fertig werden, Kinosaal vier im Juni, da sich die Stofflieferung verzögere. Denn die Wände der Säle müssen neu bespannt werden, weil die Halterungen für Leuchten und Lautsprecher versetzt bzw. neue angebracht werden mussten.

Die Handwerker arbeiten hinter der Leinwand.

Nun ruht die Hoffnung des Ehepaars darauf, die Türen zum Lichtspielhaus bald wieder öffnen zu dürfen. Damit die Kunden das neue Klangerlebnis selbst erfahren und ausprobieren können. Doch ohne eine Perspektive rentiere sich das Geschäft nicht. Es müsse eine landesweite Öffnung geben. Denn sollten die Kinos nur in einzelnen Bundesländern wieder Gäste empfangen dürfen, würden die Filmverleiher kaum die Blockbuster herrausrücken – es würde sich nicht lohnen

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