Salzwedeler schlossen sich in Magdeburg mit anderen Bürgerinitiativen zusammen

Allianz gegen Straßenausbaubeiträge

+
Der Salzwedeler Ingo Drechsel schmiedete in Magdeburg eine Allianz gegen Straßenausbaubeiträge mit.

Salzwedel – Ein Treffen in Magdeburg mit anderen Bürgerinitiativen (BI), die ebenfalls die Straßenausbaubeiträge abschaffen wollen, war für den Salzwedeler und Südbockhornanlieger Ingo Drechsel ein voller Erfolg.

Nicht nur, dass er dort viel Zuspruch für seine Aktionen in Salzwedel erhielt, die Drechsel gemeinsam mit Frank Rossau ins Leben gerufen hat, auch konnte er sich im Magdeburger Familienhof austauschen.

Insgesamt zehn Bürgerinitiativen aus Sachsen-Anhalt kamen zu dem Treffen in Magdeburg. Das Thema: die Straßenausbaubeiträge und die Gründung einer symbolischen Allianz. Mit dabei war auch der Vize-Präsident des Verbandes Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN), Lothar Blaschke. Nicht dabei war Holger Stahlknecht (CDU), Innenminister des Landes Sachsen-Anhalt, obwohl er bereits mehrere Male eingeladen worden war. „Da sieht man, wie sehr sich die Politik für uns interessiert“, kommentierte Ingo Drechsel verbittert.

Die Gemüter sind angespannt. Wie in Salzwedel wollen die anderen Bürgerinitiativen ebenfalls die Straßenbaubeiträge abschaffen. Zumal auch die Kosten der Bauvorhaben – wie am Südbockhorn von 1,4 auf 2,1 Millionen Euro – extrem schwanken. Aus diesem Grund vertritt die neu gegründete Allianz die Belange der Grundstückseigentümer, die oftmals hilflos den Straßenausbaubeiträgen gegenüberstehen. Mithilfe des VDGN werden betroffene Anlieger in Widerspruchsverfahren und falls erforderlich auch bei Klagen und Gerichtsverfahren unterstützt.

Als Sprecher aller Bürgerinitiativen wurden Stefanie Herbardt von der BI Bad Lauchstädt (Saalekreis), Monika Pfuhle von der BI „Große Straße“ Haldensleben (Bördekreis), Petra Draeger-Röder von der BI Oranienbaum-Wörlitz (Landkreis Wittenberg) und Christian Werner von der BI Aken (Landkreis Anhalt-Bitterfeld) gewählt.

Der Salzwedeler Ingo Drechsel ist stolz, dass er innerhalb von vier Monaten 2000 Unterschriften in der Hansestadt gegen Straßenausbaubeiträge sammeln konnte. „Dies ist beachtlich im Vergleich zu Magdeburg mit zirka 180 000 Einwohnern“, sagte Drechsel. „Das Thema bewegt die Salzwedeler sehr.“

Bereits am Wochenende veranstaltete Ingo Drechsel gemeinsam mit Frank Rossau eine Anliegerversammlung, in der er ein Musterverfahren ansprach (wir berichteten). Laut jüngsten Informationen Drechsels haben sich weit über 30 Südbockhorner für diese Variante entschieden. Die nächste Anliegerversammlung stehe noch aus, sagte Drechsel.

Derweil drehen sich in Salzwedel auch die Mühlen auf politischer Ebene weiter. Nachdem ein Aussetzen der Straßenausbaubeiträge in einem ersten Anlauf im Stadtrat gescheitert war, hat die Freie Fraktion einen erneuten Vorstoß unternommen. Danach sollen die Bürgermeisterin sowie der Stadtratsvorsitzende und dessen Stellvertreter Verhandlungen zum Abschaffen der Straßenausbaubeiträge mit den Landtagsabgeordneten der Altmark führen, die sich dafür auf Landesebene einsetzen sollen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare