18-jährige Salzwedelerin organisiert unplugged Bandwettbewerb in Dömitz

Alles Clara bei local heroes

Spontane Backstagesession: Die Bands fühlten sich hinter den Kulissen des Wettbewerbs wohl.
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Spontane Backstagesession: Die Bands fühlten sich hinter den Kulissen des Wettbewerbs wohl.

Salzwedel. Die Jury zieht sich zur Beratung zurück, die Publikumsstimmen werden ausgezählt, die Bands zittern hinter der Bühne.

Clara Merkel schaute beim Bandwettbewerb „local heroes unplugged“ nicht einfach hinter die Kulissen, die 18-Jährige organisierte die beiden Vorentscheide und das anstehende Finale am Samstag, 24 Mai, in der Dömitzer Hafenbar. Von Aufregung ist bei der jungen FSJ-lerin keine Spur.

„Die Planung ist durch“, berichtet die 18-Jährige. Durch die beiden Halbfinale ist vieles fertig. Die Finalisten stehen fest. Für die nächste Woche stehe nur noch das endgültige Catering auf ihrem Plan. Für Fragen und Anregungen der teilnehmenden Bands steht sie bis zum Schluss zur Verfügung.

Die gebürtige Göttingerin absolviert seit September 2013 ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bei Aktion Musik. Sie hört gern klassische Musik, spielt Cello, kleidet sich bunt und sammelte erste Erfahrungen zum Thema Bandwettbewerb beim Bundes- und Landesfinale von “local heroes“ vergangenen November, wo sie bereits Bands und die Unpluggedbühne betreute. „Sie hat das super gemacht“, erinnert sich Michael „Elvis“ Schulze von Aktion Musik, deshalb war es für ihn keine Frage, dass Clara das unplugged Event in Dömitz alleine organisiert.

Der Bandwettbewerb besteht aus zwei Vorentscheiden und einem Finale. Eine Jury ermittelte bereits aus elf Teilnehmern die sechs Finalisten. Das Publikum konnte per Stimmzettel eine Band wählen, die in das Finale einzieht. Ausserdem gab es von der Jury noch eine sogenannte „Wildcard“, einen Freifahrtschein, für einen weiteren Musik-Act, der somit auch die Chance bekommt sich beim Endausscheid zu beweisen. Als Gewinn winkt ein Auftritt auf der Unpluggedbühne beim nächsten Bundesfinale in Salzwedel und ein Studiotag bei Aktion Musik.

„Die Organisation war relativ entspannt“, erinnert sich die 18-Jährige. Doch die Zeit zwischen Planungsbeginn und erstem Halbfinale (18 Tage) war knapp. Die Bewerbungsphase lief anfangs schleppend. Eine Band sprang kurz vor dem ersten Vorentscheid ab. Auch die Entfernung zu Dömitz war problematisch. „Ich hatte das Gefühl, dass unsere Werbung in Dömitz gar nicht ankam“, bedauert die FSJ-lerin.

Organisatorin, Pressestelle, wandelndes Infozentrum, Bandbetreuerin und spontanes Jurymitglied – Clara war Mädchen für alles. Ihr Geheimrezept: „Immer freundlich bleiben, auch wenn es nervt! Das kann ich ganz gut.“ Ein kräftiges Nicken gibt es bei dieser Aussage von Elvis. Doch zum großen Bedauern ihres Chefs beendet Clara das FSJ einen Monat eher als geplant. „Sie hat unser Team genau an der richtigen Stelle ergänzt“, betont Schulze. Clara will ihren Traum verwirklichen und Schneiderin werden. Im September beginnt sie eine Ausbildung. „Ich habe hier viel gelernt und konnte Neues ausprobieren“, deshalb würde sie sich jederzeit wieder für ein FSJ bei Aktion Musik entscheiden. Wo sonst hätte sie die Chance bekommen als Klassikfan Cello für eine Metal-Band einzuspielen?

Von Eva Hahner

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