Helfer gehören zur Risikogruppe

Alle Tafeln geschlossen: Freitag herrschte in Salzwedel noch Optimismus

Die Mitarbeiter der Salzwedeler Tafel hatten am Freitag ihre vorerst letzte Ausgabe. Sie hatten sich auf die Corona- Gefahr gut vorbereitet und wollten den Bedürftigen so lange wie möglich helfen. Nun sind alle 949 Tafeln in Deutschland geschlossen, weil 90 Prozent der rund 60 000 Helfer zur Risikogruppe Nr. 1 gehören.
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Die Mitarbeiter der Salzwedeler Tafel hatten am Freitag ihre vorerst letzte Ausgabe. Sie hatten sich auf die Corona- Gefahr gut vorbereitet und wollten den Bedürftigen so lange wie möglich helfen. Nun sind alle 949 Tafeln in Deutschland geschlossen, weil 90 Prozent der rund 60 000 Helfer zur Risikogruppe Nr. 1 gehören.

Salzwedel – Die Tafeln in Deutschland sind geschlossen. Noch am Freitag herrschte in der Hansestadt Optimismus. 500 Bedürftige versorgt die Salzwedeler Tafel jede Woche mit vier Ausgabestellen (Salzwedel, Gardelegen, Klötze und Jahr-stedt).

Das ermöglichen 60 Helfer – die meisten ehrenamtlich. Sie sortieren die abgeholten Lebensmittel und bereiten diese zur Ausgabe vor.

Und nicht nur das: Auch Kleidung und alltägliche Dinge sind in der Tafel zu bekommen. Alle Märkte in Salzwedel – bis auf Kaufland – spenden fleißig, um die Bedürftigen zu unterstützen. In diesem Jahr wird die Salzwedeler Tafel, die an der Schillerstraße 31 ihren Sitz hat, bereits 15 Jahre alt.

Doch jetzt sind die Lebensmittel knapper geworden. In Zeiten des Corona-Virus sieht es in den Supermärkten in vielen Bereichen mau aus. Toilettenpapier und Konserven sind nur noch schwer zu bekommen. Helmut Harzer, Leiter der Salzwedeler Tafel klagte: „Ja, es ist weniger geworden. Vor allem Obst und Gemüse werden knapp“. Das läge daran, dass die Märkte nun selbst mehr verkaufen würden. Doch Harzer sah es am Freitag noch gelassen: „Wir haben zu dieser Jahreszeit immer etwas weniger.“ Zwar nicht so wie momentan, jedoch haben die Tafeln bessere und schlechtere Zeiten erlebt. Zumal Lebensmittel wie Brot und Fleischwaren zugeteilt würden. „Dadurch sind keine Hamsterkäufe möglich“, verdeutlichte Helmut Harzer.

Dennoch würden Vorsichtsmaßnahmen ergriffen. Wie diese aussehen sollten, erläuterte Angelika Lüdke, eine freiwillige Helferin: „Handschuhe und Händedesinfektion stehen an erster Stelle.“ Am Eingang der Ausgabestelle sollte sich jeder Kunde vor Einkaufsbeginn die Hände desinfizieren.

Das ist nun nicht mehr nötig. Sonntag kam die Nachricht, dass die Tafel-Ausgabestellen im Altmarkkreis vorübergehend schließen. Denn auch die Ehrenamtlichen, die dort arbeiten, gehören zur Risikogruppe. Dabei hatten gerade sie noch gehofft, dass die Besucher der Tafel auch in Zukunft nichts befürchten. Denn Harzer und sein Team wollten die Tafel offenlassen, so lange es geht, um den Bedürftigen zu helfen.

In Deutschland wurden rund 1,6 Millionen Menschen von den 949 Tafeln versorgt. Jedoch sind 90 Prozent der 60 000 Mitarbeiter ältere Menschen und gehören damit zur Corona-Risikogruppe Nr. 1.

VON LYDIA ZAHN

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