79 Prozent aller Hilfesuchenden sind Männer

Alkohol bleibt Suchtmittel Nummer 1 im Altmarkkreis

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Alkoholsucht kennt keine Altersgrenzen, wie der Sozialbericht des Altmarkkreises deutlich macht. Bei den über 65-Jährigen nahmen im vergangenen Jahr 30 Einwohner Hilfe an. Auch Kinder erhalten Beratung.

Altmarkkreis. Auch wenn die Anzahl der Hilfesuchenden in den sozialen Beratungsstellen des Altmarkkreises von 505 (2016) auf 473 (2018) gesunken ist, so nehmen die Suchtprobleme dennoch zu.

In der neuen Sozialplanung für den Altmarkkreis Salzwedel, die gestern Abend erstmals im Sozialausschuss diskutiert wurde, wird deutlich: Es ist eine generationsübergreifende Entwicklung steigender Fallzahlen zu erkennen. Stand im Plan 2017 bei den unter 14-jährigen Klienten noch eine Null, sind es nun zwei Kinder, die bei Beratungsstellen professionelle Hilfe bekommen.

Vor allem 25- bis 34-Jährige (113), 45- bis 54-Jährige (110) und 55- bis 65-Jährige (102) machen mit Blick auf die Altersstruktur den Kern der Betreuung aus. Die Zahlen für die aktuelle Sozialplanung beziehen sich auf 2017, wie hoch die Dunkeziffer ist, kann nicht abgeschätzt werden. Denn erfasst werden können nur die Einwohner des Altmarkkreises, die sich an die Beratungsstellen wenden.

Die vermelden, dass trotz sinkender Klientenzahlen die Arbeit nicht weniger wird. Und zwar, weil der Gesprächsbedarf zunehme. Waren 2016 bei 505 Hilfesuchenden noch 6566 Kontakte ausreichend, summierte sich dies 2017 bei 473 Klienten auf 7150 Kontakte. Ein Grund dafür sei in der Bürokratie zu finden. Unkenntnis über zustehende Sozialleistungen, Schwierigkeiten beim Ausfüllen der Anträge und mehrere Behörden, die involviert sind – das alles erhöhe den Beratungs- und Unterstützungsbedarf durch professionelle Fachkräfte.

Suchtmittel Nummer 1 bleibt der Alkohol. 74 Prozent der Hilfesuchenden haben damit ein Problem (davon 79 Prozent Männer). Bei den illegalen Drogen blieb die Anzahl der Ratsuchenden konstant. Die häufigste Art des Drogenkonsums ist das Rauchen von Canabisprodukten. Der Mischkonsum von synthetischen Drogen nehme zu.

Neben ambulanten Unterstützungen gibt es einen stationären und teilstationären Bereich. 2017 wurden 261 Personen mit überwiegenden Alkoholproblemen und daraus resultierenden Folgeerkrankungen erfasst. Die Zahl der Drogenabhängigen betrug 24 Personen. Die Drogenprobleme spielen sich in Städten und Dörfern gleichermaßen ab.

Alkohol und illegale Drogen machen seit Jahren den Hauptanteil bei den nötigen Beratungen aus. Hinzu kommen Spielsucht (neun Fälle), Esstörungen (sechs) und Rauchen (zwei).

Von Christian Ziems

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