Bei Behinderung der Einsatzkräfte

Ärgerlicher Freizeitspaß in der Altmark: Feuergucken – bis zu 25.000 Euro Bußgeld drohen

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Feld- und Böschungsbrände hielten die Feuerwehren der Altmark zuletzt in Atem.

Altmark – Erntezeit und Trockenheit: Diese Kombination brachte den altmärkischen Feuerwehren heiße Wochen. Immer wieder rücken sie zu Feld- und Böschungsbränden aus. Doch nicht nur die Einsatzkräfte sind eilig unterwegs, wenn´s brennt.

„Feuergucken“ scheint sich besonders an Wochenenden zu einer beliebten Freizeitbeschäftigung entwickelt zu haben.

Zuweilen wurden regelrechte Fahrzeugkolonnen beobachtet, die den Einsatzfahrzeugen folgten. Auch wenn die „Zuschauer“ das Geschehen in der Regel aus sicherer Entfernung beobachten, ist solches Verhalten nicht nur ärgerlich für die Einsatzkräfte, sondern kann auch juristische Folgen haben.

„Neugierde ist den Menschen angeboren, das Phänomen ,Gaffen‘ somit nicht neu. Es betrifft auch nicht nur Getötete und Verletzte nach schweren Verkehrsunfällen“, sagt Stefan Brodtrück, Sprecher des Innenministeriums Sachsen-Anhalt. Eine Statistik gebe es nicht, aber aus subjektiver Sicht habe „Gaffen“ gerade mit der Weiterentwicklung in der Mobiltelefonie zugenommen. Im Zusammenhang mit Feuerwehreinsätzen seien dem Ministerium zwar keine massiven Behinderungen durch Gaffer bekannt und bisher auch keine Strafen verzeichnet, so der Sprecher. Dennoch hebt Brodtrück den mahnenden Finger: Das Strafgesetzbuch sei jüngst um einen Passus ergänzt worden, mit dem die Behinderung von Personen, die bei Unglücks- oder Notfällen Dritten Hilfe leisten oder leisten wollen, unter Strafe gestellt wird. Laut Brandschutzgesetz Sachsen-Anhalts stelle zudem die Be- und Verhinderung von Einsätzen eine Ordnungswidrigkeit dar. Es könne eine Geldbuße von bis zu 25 000 Euro verhängt werden.    ct

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