Bundesfeldweg öffnen

Ärger um Salzwedeler Verkehrs-Irrwege

Der Verbinungsweg zwischen Ritze (unten) und der B190, der als Bundesfeldweg bekannt ist, soll wieder für alle Verkehrsteilnehmer geöffnet werden. Der Kreis will die Strecke ausbauen. Luftbild: Fotostudio Wunberger

SALZWEDEL - Über eine Vielzahl von Straßen wurde am Dienstagabend im Verkehrsausschuss diskutiert, allerdings noch nicht alle Probleme gelöst. So gibt es mehrere Briefe von Einwohnern. Zum einen betrifft es den Krangener Weg.

Dieser ist marode, ortskundige Kraftfahrer nutzen lieber ausgebaute Fahrbahnen in der Nähe. Um Raser auszubremsen, gibt es Bodenschwellen (Bereich Drossel- und Finkenweg, Marienstraße). Dies stößt bei Anliegern nicht immer auf Zustimmung. In dem Schriftstück wird beklagt, dass die Konstruktionen nicht beleuchtet sind und bei Schnee kaum zu erkennen seien. Stattdessen wird auf Geschwindigkeitkontrollen sowie Einbahnstraßenregelungen gesetzt.

Probleme mit Kinderwagen

Ein weiteres Problem sprach Stadtrat Karl-Heinz Reck an. Um zu verhindern, dass Kraftfahrer die Schwellen umfahren und dabei den Gehweg nutzen, wurden Poller aufgestellt. Eltern mit einem Zwillingskinderwagen haben Probleme, diesen Bereich zu passieren. „Es geht um zwei Familien“, erzählte Karl-Heinz Reck.

Jean Kusian vom Ordnungsamt unterstrich, dass sie im Internet recherchiert habe. Demnach müsste die Breite zwischen Poller und Grundstückszaun auch für Zwillingswagen ausreichen. „Die Praxis ist das Kriterium der Wahrheit“, erwiderte Karl-Heinz Reck am Dienstag. Konsequenz: Es soll eine Begehung mit den Betroffenen geben.

Stadtrat Wolfgang Kappler kritisierte die vorhandenen Schwellen generell: „Die Dinger sind ungeeignet.“ Ordnungsamtsleiterin Christina Schramm machte deutlich, dass die Konstruktionen den Normen entsprechen. Stadtrat Lothar Heiser glaubt, dass die Schwellen falsch angelegt sind. Mit einer anderen Ausrichtung hätten Lücken vermieden werden könne, die Kraftfahrer zum umfahren nutzen und dabei den Gehweg beschädigen.

Bundesfeldweg öffnen

Der Stadtrat plädierte zudem dafür, den Bundesfeldweg zwischen B 190 und Ritze wieder zu öffnen. Diesen könnten Kraftfahrer als Abkürzung in Richtung mehrerer Bundesstraßen nutzen. „Dort sind landwirtschaftliche Geräte mit bis 40 Tonnen unterwegs. Dann hält die Straße auch normale Pkw aus“, argumentierte Lothar Heiser. Die Öffnung könnte nicht nur das Wohngebiet am Krangener Weg entlasten sondern auch Groß Chüden. Dort beschweren sich Anlieger, dass immer mehr Kraftfahrer auf einer ausgebauten Nebenstraße unterwegs sind, statt die Hauptstraße mit Kopfsteinpflaster zu nutzen. Stadtrat Dr. Ulrich Ungewickell erinnerte daran, dass der Bundesfeldweg nicht aus Fördertöpfen der Landwirtschaft finanziert wurde. Dieser musste auf Drängen der Bahnpolizei für den überwiegenden Verkehr gesperrt werden. Diese sah eine Gefährdung für den Bahnverkehr.

Die Verbindungsstrecke spielte bei einem verkehrspolitischen Arbeitsgespräch am 10. Mai 2012 eine Rolle – geändert hat sich bisher nichts. Es gibt Bemühungen des Kreises, die Straße ab 2015 auszubauen. Die beim Arbeitsgespräch behandelten Punkte wurden von der Verwaltung bearbeitet. In einer Liste (siehe Infokasten) stehen die Antworten. Das Papier wurde im Verkehrsausschuss kurz behandelt. Der Stadtrat soll sich damit befassen.

Die Salzwedeler Verkehrssituation sorgt offensichtlich auch bei Einheimischen für Verwirrung. Auf Bitten von älteren Einwohnern oranisiert die Kreisvolkshochschule am Dienstag, 8. April, eine Schulung für Senioren. Von 18.30 bis 20.45 Uhr werden Besonderheiten der Hansestadt aus der Sicht von Kraftfahrern besprochen. Anmeldungen sind unter Tel. (03 901) 42 20 31 möglich.

Von Christian Ziems

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