Prozessauftakt: Mann soll Nichte und Töchter sexuell missbraucht haben

Acht Jahre Grausamkeiten

+
Hat ein 41-Jähriger zwei seiner Töchter und seine Nichte über Jahre mehrfach sexuell missbraucht und vergewaltigt oder sitzt der Mann aus einem kleinen Ort bei Salzwedel unschuldig auf der Anklagebank? Dies muss seit gestern das Landgericht Stendal klären.

Stendal/Salzwedel. Hat ein 41-Jähriger zwei seiner Töchter und seine Nichte über Jahre mehrfach sexuell missbraucht und vergewaltigt oder sitzt der Mann aus einem kleinen Ort bei Salzwedel unschuldig auf der Anklagebank? Dies muss seit gestern das Landgericht Stendal klären.

Dem Angeklagten werden insgesamt zehn Fälle von sexuellem Missbrauch von Schutzbefohlenen, sexueller Missbrauch von Kindern sowie Vergewaltigung vorgeworfen. Ihm drohen mehrere Jahre Freiheitsstrafe.

Lesen Sie dazu auch:

Der Vorsitzende Richter Ulrich Galler war zu Beginn der gestrigen Verhandlung bestrebt, allen Beteiligten eine umfangreiche Schilderung der schrecklichen Ereignisse zu ersparen. Doch der Angeklagte ist sich sicher, nichts getan zu haben. Vielmehr wittert der 41-Jährige eine Verschwörung gegen sich. „Mir will jemand etwas Böses.“ Er vermute, seine Ex-Frauen stecken hinter dem Komplott. Warum dies so sei konnte er nicht sagen. Es habe immer wieder Streit innerhalb der Familie gegeben, seine Töchter und seine Nichte hätten dennoch nie einen Grund gehabt, auf ihn böse zu sein.

2004 sollen laut Anklageschrift die sexuellen Übergriffe begonnen haben. Zunächst habe er seine damals siebenjährige Nichte bedrängt, sie ausgezogen, im Intimbereich berührt. Bis 2010 habe er dann mehrfach zwei seiner Töchter ebenfalls sexuell missbraucht. 2010 soll er eine seiner Töchter durch Anwendung von Gewalt zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben.

Zum Auftakt der Verhandlung erschienen auch seine damalige Frau und Mutter der Kinder sowie seine zwei Töchter selbst. Die heute 39 Jahre alte Ex-Frau hat erst 2012 – acht Jahre nach den angeblichen sexuellen Missbräuchen – von den Taten erfahren und zeigte sie bei der Polizei an. „Die grausamen Erinnerungen belasten meine Mädchen bis heute“, sagt die 39-Jährige. Sie selbst aber habe nie etwas von den Grausamkeiten mitbekommen.

Mehr zu den Hintergründen und wann es zu den Übergriffen gekommen sein soll, steht auch in der Altmark-Zeitung und in unserem E-Paper.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare