Abzocke: Immer die gleiche Masche

+
Zum Weltverbrauchertag haben Christa Wendt und Frank Semisch von der Polizei gestern in Salzwedel das Thema „Abgefragt, abgebucht, abgezockt“ auf die Tagesordnung gesetzt.

Salzwedel - Von Ulrike Meineke . Es ist immer die gleiche Masche: Man wird angerufen, wobei der Mann bzw. die Frau am anderen Ende der Leitung behauptet, es bestehe bereits ein kostenloser Teilnahmevertrag, der künftig kostenpflichtig werde. Eine Kündigung sei zwar möglich, aber zuvor müssten die Daten abgeglichen werden.

Salzwedels Verbraucherschützerin Christa Wendt weiß: Diese Anrufe dienen dazu, den Betroffenen persönliche Daten zu entlocken und/oder ihnen Gewinnspielabonnements unterzuschieben. Dass sich viele Verbraucher von diesen Anrufern verunsichern lassen, zeigen folgende Zahlen: In Sachen „(Be)trügerische Gewinne“ sind in der Verbraucherzentrale Salzwedel in neun Monaten 300 Fälle aufgelaufen. 4000 sind es in dieser Zeit in Sachsen-Anhalt, 80 000 bundesweit. Die Beschwerden über Abzockermethoden auf Kaffeefahrten, Telefonwerbung und untergeschobene Gewinnspielabos sowie anschließende unberechtigte Kontoabbuchungen reißen nicht ab, und deshalb stand der gestrige Weltverbrauchertag in der Hansestadt unter dem Motto „Abgefragt, abgebucht, abgezockt“. Neun Verbraucher ließen sich in Salzwedel zu Gewinnspielwerbung mit anschließender Kontoabbuchung beraten.

„Am Telefon entstehen Verträge“, wirkt Christa Wendt dem Irrglauben entgegen, dass dazu eine Unterschrift nötig wäre. Was für Bestellungen bei Versandhäusern gilt, gilt eben auch für Gewinnspiele. Aber: „Jeder telefonische Vertrag ist widerrufbar“, sagt Christa Wendt und rät: „Das müssen die Leute einfach nur tun.“ Nämlich dann, wenn die Auftragsbestätigung per Post kommt. In diesem Zusammenhang rät Frank Semisch von der Polizei, am Telefon nicht alle Daten preiszugeben. Schon gar nicht Bankdaten. Es sei auch völlig legitim zu sagen, dass man kein Interesse habe und dann einfach auflegt.

Da die Kosten für angeblich abgeschlossene Gewinneintragungsdienste neuerdings auch mit der Telefonrechnung abgerechnet werden, sollten Verbraucher nicht nur ihre Kontoauszüge auf nicht genehmigte Abbuchungen prüfen und die Beträge gegebenenfalls zurückfordern, sondern auch die Telefonrechnungen genau kontrollieren. „Lassen Sie sich nicht alles gefallen“, macht Christa Wendt den Verbrauchern Mut.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare