Gardelegen könnte profitieren

Abwanderungsangst in Salzwedel: Neues Bildungszentrum

Die Krankenpflegeschule in Salzwedel wird zu klein, wenn im nächsten Jahr Kranken- und Altenpfleger gemeinsam ausgebildet werden sollen. Ein Neubau ist ins Auge gefasst. Gegenwärtig scheinen die Weichen in Richtung Gardelegen gestellt zu sein. Dort sollen dann bis zu 200 Fachkräfte ausgebildet werden.
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Die Krankenpflegeschule in Salzwedel wird zu klein, wenn im nächsten Jahr Kranken- und Altenpfleger gemeinsam ausgebildet werden sollen. Ein Neubau ist ins Auge gefasst. Gegenwärtig scheinen die Weichen in Richtung Gardelegen gestellt zu sein. Dort sollen dann bis zu 200 Fachkräfte ausgebildet werden.

Salzwedel – Jungen Leuten Salzwedel attraktiv anbieten, um so ein Zuwandern von Fachkräften zu erreichen – das Thema landete mit einem Antrag von drei Fraktionen (Bündnis 90 / Die Grünen, Linke, Freie Fraktion) auch auf dem Tisch der Stadträte.

Mit städtischen Stipendien soll der Standort Salzwedel schmackhaft gemacht werden (wir berichteten).

Und während sich die einen bemühen, Fachkräfte nach Salzwedel zu bekommen, befürchten andere, dass gerade diese abwandern. Aktuelles Thema ist dabei die Krankenpflegeschule. Stadträtin Alke Seibt (Linke) sprach das Problem an. Die Salus gGmbH plane ein Bildungszentrum für alle Pflegeberufe. Und derzeit sehe es so aus, dass dessen Standort – in den auch die bisherige Salzwedeler Krankenpflegeschule eingegliedert werden soll – künftig in Gardelegen angesiedelt werden könnte.

Knackpunkt dabei sei ein entsprechendes Grundstück in Krankenhausnähe für den Bau des Bildungszentrums. Salzwedels Bürgermeisterin Sabine Blümel konterte sofort: „Es liegt ein Antrag vor – da will man was geschenkt haben. So geht das nicht.“

Doch die Zeit drängt. Der Bund will, dass die bisher getrennt ausgebildeten Kranken- und Altenpfleger künftig gemeinsam geschult werden. Diese Zusammenführung soll schon bis zum nächsten Jahr erfolgen. Das Land stellt dafür Geld zur Verfügung: 2020 sollen es 15 Millionen Euro und im Jahr darauf das Doppelte sein. Im Einzelnen wären das für jeden Auszubildenden 7950 Euro für die praktische und 7875 Euro für die schulische Unterweisung.

Die Salzwedeler Krankenpflegeschule hat gegenwärtig drei Klassen mit 20 bis 25 Azubis – also 60 bis 75 Schüler – für die bislang jeweils 1140 bis 1353 Euro zur Verfügung standen. An der bereits schon sehr konkret ins Auge gefassten Bildungseinrichtung, für deren Personal und Schüler in Gardelegen schon nach Pensionen gesucht wird, wird mit 160 bis 200 Auszubildenden und natürlich auch einem entsprechenden Mehrbedarf an Pädagogen gerechnet.

VON HOLGER BENECKE

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