Die Abrissbirne schlägt wieder zu

Stadtumbau Ost seit 2004 in Plattenbaugebiet an der Arendseer Straße: Rot die bereits dem Erdboden gleichgemacht. Blau soll noch fallen. Violett wird gerade abgerissen. Foto und Montage: Benecke

Salzwedel. In der Plattenbausiedlung auf dem Perver Berg kreist wieder die Abrissbirne – diesmal ist die Sonnenstraße 13 bis 17 dran (Abrissvorhaben sind fett gedruckt, die Aufwertung kursiv). Seit 1994 erhält die Stadt Mittel aus dem „Stadtumbau Ost“.

Seit 2004 kreist mithilfe dieses Förderprogramms in der Hansestadt die Abrissbirne vorwiegend in der Plattenbausiedlung an der Arendseer Straße. Zugleich läuft die so genannte Aufwertung, mit der zum Beispiel Sechsgeschosser auf vier bzw. drei Stockwerke zurückgebaut werden.

Sonnenstraße 13 bis 17: An dem leer stehenden Sechsgeschosser der Wohnungsbaugesellschaft haben die Abrissarbeiten begonnen.

2010 gab es keine zusätzlichen Fördermittel, da aus den Vorjahren noch Geld vorhanden war. Deshalb wurden in diesem Jahr 229 830 Euro für weitere Abrisse bewilligt – beantragte Mittel aus den Jahren 2007 bis 2009. Das Geld wird von der Investitionsbank Magdeburg ausgereicht. Für Abrisse müssen keine Eigenmittel aufgebracht werden, erläuterte Ines Kahrens. Sie ist beim städtischen Bauamt nicht nur für den Denkmalschutz, sondern auch den Stadtumbau Ost zuständig. Bereits 2009 wurde der Abriss der Sonnenstraße 13 bis 17 bewilligt. An dem leer stehenden Block, der der städtischen Wohnungsbaugesellschaft gehört, sind derzeit die Spezialisten am Werk.

Weitere Förderanträge sind gestellt, um in diesem und im nächsten Jahr weitere Abrisse und Aufwertungen in der Hansestadt zu realisieren. Dazu gehört auch der hinterste Block der Uelzener Straße 92 bis 96, der seit Jahren leer steht und der Wohnungsbaugesellschaft gehört.

Auch die Wohnungsbaugenossenschaft der Hansestadt Salzwedel hat einige Vorhaben. So sollen aus Salzwedels längstem Haus an der Ernst-Thälmann-Straße die mittleren vier Aufgänge (Nr. 20 bis 26) verschwinden.

Weiterhin plant die Genossenschaft in diesem und im nächsten Jahr, den Perver Berg 18 bis 22 plattmachen zu lassen. Auch die Sonnenstraße 7 bis 11, ebenfalls im Eigentum der Wohnungsbaugenossenschaft, ist für den Abriss vorgesehen.

Zudem soll auf dem Fuchsberg soll die Abrissbirne kreisen. Die Siedlung des Friedens 41 und 44 ist zum Abriss vorgesehen. Es sind zwei der vier alten Fliegerhorst-Kasernen und späteren Wohnhäuser zwischen Käthe-Kollwitz-Straße und Siedlung des Friedens, die die Firma Krampitz zusammen mit der alten Maxim-Gorki-Schule gekauft hat, die inzwischen zum Technologiezentrum umgebaut wurden.

Für die so genannte Aufwertung stehen in diesem Jahr in der Hansestadt Salzwedel 518 644 Euro zur Verfügung. Wann welches Vorhaben konkret umgesetzt wird, richtet sich danach, wie das Landes-Bauministerium die benötigten Mittel zur Verfügung stellt, weiß Ines Kahrens. Denn die Aufwertung muss vom Antragsteller mitfinanziert werden – jeweils zu einem Drittel von Land, Bund und Kommune.

Im Aufwertungspaket 2011 / 2012 ist der Rückbau der oberen beiden Etagen des Genossenschafts-Sechsgeschossers Perver Berg 1 bis 5 enthalten.

Auch das Köpfen der Hopfenstraße 21 bis 27 um drei und der Hopfenstraße 13 bis 19 um zwei Geschosse, die bereits größtenteils abgeschlossen sind, sind darin inbegriffen. Die Häuser gehören der Stadttochter Wohnungsbaugesellschaft. Die Finanzierung wird aus dem Bewilligungszeitraum 2008 bis 2010 gedeckt. Der gleiche Eigentümer will auch die oberen Etagen der Sonnenstraße 19 bis 23 abtragen lassen.

Auch die Wohnungsbaugenossenschaft will die oberen Etagen einiger Sechsgeschosser köpfen. Das betrifft die Hansestraße 8 bis 12 und 14 bis 18. Zudem ist als Aufwertungsmaßnahme an der Ernst-Thälmann-Straße 12 bis 18 und 28 bis 34 eine Giebeldämmung vorgesehen. Es sind die Giebel jener Häuser, die übrig bleiben, wenn aus dem längsten Salzwedeler Haus vier Aufgänge her-ausgerissen werden.

Die Hopfenstraße 11 der Gesellschaft – der so genannte altesgerechte Block, der auf Grund seines Fahrstuhls alle sechs Etagen behalten hat – ist zur Sanierung vorgesehen. Dach, Fassade und Gebäudehülle sollen auf Vordermann gebracht werden. Die Aufwertung der Gebäudehülle hat die Wohnungsbaugesellschaft auch für die Hansestraße 25 bis 29 und 31 bis 35 sowie Am Perver Berg 1 bis 5 vorgesehen.

Giebeldämmung ist auch bei der Wohnungsbaugenossenschaft vorgesehen. Nämlich am Perver Berg 16, da der Block Perver Berg 18 bis 22 abgerissen werden soll. Als weitere Aufwertung will die Genossenschaft im Karree Hansestraße / Lindenallee / Perver Berg den ersten Bauabschnitt der Innenhofgestaltung abschließen und den zweiten Bauabschnitt umsetzen.

Stadtumbau-Ost-Fördermittel fließen auch in die Sanierung der Jenny-Marx-Turnhalle in diesem und im nächsten Jahr. Für 2011 ist der Neubau der Straße An der Reitbahn neben der Jenny-Marx-Grundschule und -Turnhalle beantragt.

Von Holger Benecke

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