Tritte gegen den Kopf

40-Jähriger nach Attacke gegen Partner der Ex-Frau vor Gericht

mfr Salzwedel. „Die Wut hat sich nach der ganzen Zeit angestaut.“ Damit begründete der 40-jährige Angeklagte, dass er im April 2016 die Haustür eintrat und auf den neuen Partner seiner Ex-Frau einschlug und eintrat – auch als das Opfer schon längst blutend am Boden lag.

Seiner Ex-Partnerin, die ihrem Partner zu Hilfe eilen wollte, verpasste er mehrere Ohrfeigen. Dafür musste sich der Vater von drei Kindern vor Gericht verantworten.

Im Gericht

„Ich wollte meine Meinung kund tun, aber nicht auf diese Weise“, zeigt sich der 40 Jährige von seinen eigenen Taten schockiert. Der Prügel-Attacken ging nach seinen Angaben eine längere Vorgeschichte voraus. Das Paar sei schon mehrere Jahre getrennt, habe aber zwei gemeinsame Kinder (13 und 14 Jahre), die bei der arbeitslosen Mutter leben. Doch die kümmert sich nach Ansicht des Angeklagten, der aus einem Salzwedeler Ortsteil stammt, nicht genug um die Heranwachsenden. „Die Kinder waren immer allein zu Haus. Und ihren neuen Freund habe ich als einen Grund für die aktuelle Situation gesehen“, versucht der Mann, der den neuen Partner seiner Ex kaum kannte, zu erklären

Am 15. April 2016 verliert er nach mehreren Starkbieren die Fassung und fährt zum Haus des Opfers. „Ich habe einen Knall gehört, dann stand er schon im Badezimmer. Danach kann ich mich kaum noch erinnern“, sagt das Opfer aus. Denn der 39-Jährige bekommt auch Tritte gegen den Kopf – sein Angreifer trägt zudem mit Stahlkappen verstärkte Schuhe. Ein Nasenbeinbruch und mehrere Prellungen sind die traurige Bílanz der Attacke.

Die schriftliche Entschuldigung des Täters will das Opfer nicht annehmen. Anders die Kindermutter: „Ich hab ihn gehasst, klar, aber wenn man gemeinsame Kinder hat, muss man sich halt irgendwie verstehen“, erklärt sie Amtsrichter Dr. Klaus Hüttermann schulterzuckend. Der folgt abschließend dem Vorschlag der Staatsanwaltschaft und verurteilt den Schläger zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung. Die Geldstrafe von 500 Euro muss der Angeklagte an das Salzwedeler Frauenhaus zahlen.

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