IM GERICHT / Von der Polizei zufällig erwischt / Durchsuchung fördert Weiteres zutage

40-Jähriger kommt nicht von den Drogen weg: Angeklagter schweigt im Salzwedeler Amtsgericht

Salzwedel – Arbeitslos, offensichtlich drogensüchtig und kriminell – so führt der Weg eines 40-jährigen Salzwedelers wenig überraschend immer wieder auf die Anklagebank des örtlichen Amtsgerichtes. Und manchmal ist es schlichtweg Pech.

So wie beim bislang letzten Mal: Mitte Juli 2019 wurde der Mann von einer Polizeistreife auf einem Radweg in der Nähe des Tierparks in Salzwedel gestoppt. Beim Fahren hatte er sein Handy in der Hand – für die Beamten eine Ordnungswidrigkeit.

Beim Feststellen der Identität wurde der Radfahrer nervös, und die Polizisten infolgedessen misstrauisch. Ganz besonders, als es um den mitgeführten Rucksack ging. Den sollten die Ordnungshüter nicht von innen sehen. Diese setzten aber Zwang ein und stießen auf eine Axt, ein Messer, Haschisch und Crystal Meth. Genug, um vor dem Gericht mit einer Anklage wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz zu landen.

Dort wollte der 40-Jährige nicht aussagen; war der Justiz aber bestens bekannt. Sogar um Rat suchend im Richterzimmer sei er in der Vergangenheit gewesen, erfuhr die AZ. Doch dem Rat, sich von Drogen fernzuhalten, hatte der Angeklagte offensichtlich nicht befolgt.

Auf der Zeugenbank nahmen nacheinander die beiden Polizisten von damals Platz. Sie schilderten das Auffinden der Waffen und Drogen sowie die vorläufige Festnahme des Mannes.

Danach ging es übrigens noch weiter: Auch eine Gartenlaube und der Wohnort des Angeklagten wurden im Juli 2019 durchsucht. Dabei wurden Cannabispflanzen, noch mehr Crystal Meth, Polenböller, diverse Tabletten und anderes gefunden. Alles in allem schlechte Aussichten für den Salzwedeler.

Doch sein Anwalt hatte Zweifel am Vorgehen der Ermittler. Etwa daran, ob die Polizei überhaupt für alle Lokalitäten Durchsuchungsbeschlüsse hatte und damit womöglich gefundene Beweise nicht verwertet werden dürften. Das Gericht sah dies anders und rechtfertigte das damalige Vorgehen.

Immerhin: Das Gericht sicherte dem Angeklagten im Gegenzug für ein Geständnis zu, die Sorge vor einer Haftstrafe zu nehmen. Wie der Fall ausgeht, soll sich heute in der Fortsetzung zeigen. hey

Rubriklistenbild: © dpa-avis/Picture-alliance/Arne Dedert

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