Vier Menschen starben 2015 auf altmärkischen Straßen / Unfallschwerpunkte entschärft

3105 Mal krachte es im Kreis

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Pressesprecher Frank Semisch (v.r.), Polizeichef Sebastian Heutig und Verkehrsexperte Manfred Richter erläuterten den Verkehrsunfallbericht.

Altmarkkreis Salzwedel. Vier Menschen starben im vergangenen Jahr auf den Straßen des Altmarkkreises. „Es sind immer noch vier Menschen zu viel“, legten gestern Polizeichef Sebastian Heutig und sein Verkehrsexperte Manfred Richter den Verkehrsunfallbericht 2015 vor.

Allerdings blickten beide sorgenvoll voraus. Denn in diesem Jahr sind bis gestern bereits fünf Menschen im Altmarkkreis tödlich verunglückt.

Insgesamt verzeichnet das Revier den zweittiefsten Unfallstand der vergangenen zehn Jahre. 3105 Mal krachte es. Allerdings 86 Mal öfter als 2014. Innerorts nahmen die Crashs im Jahr 2015 um 111 zu – 1522 registrierten die Ornungshüter insgesamt. Außerorts sank die Zahl um 24 auf 1583. Und zu den vier Toten – zehn weniger als 2014 – kommen noch 113 Schwer- und 293 Leichtverletzte hinzu.

Unter den Unfällen im Altmarkkreis sind auch 13, an denen Kinder beteiligt waren – fünf davon auf dem Schulweg und fünf mit dem Fahrrad. Der Hauptunfalltag für Kinder (unter 15 Jahre) ist der Mittwoch. An einem Sonntag ist kein Kind zu Schaden gekommen.

Mit 35,2 Prozent bzw. 1093 Wildunfällen hat sich an der Hauptursache von Zusammenstößen nichts geändert. Dominierend sind dabei die Rehe (770), gefolgt von Hasen und Wildkaninchen (71) sowie Wildschweinen (61).

Zu den Unfallschwerpunkten im Altmarkkreis: Am Knotenpunkt B 71 / B / 188 / Isenschnibber Chaussee vor den Toren Gardelegens hat es in den vergangenen Jahren elf Mal gekracht. Seit dem dort am 15. Juli 2015 übergroße Stopp- und Begrenzungsschilder (50 km/h) aufgestellt worden sind, hat sich dort kein Unfall mehr ereignet, verbucht die Verkehrsunfallkommission als Erfolg.

In Salzwedel ist es die Kreuzung am Amtsgericht, die der Polizei zu schaffen macht. Mit sieben Unfällen in den vergangenen drei Jahren, davon fünf mit Radfahrern, hat sich ein neuer Unfallschwerpunkt herauskristallisiert. Auch dort soll Abhilfe geschaffen werden. So ist geplant, dass auf der verlängerten Burgstraße ein rot markierter Radfahrstreifen – ähnlich wie auf der Brückenstraße – in Richtung Neutorstraße durchgezogen werden soll. Denn dort dürfen die Radfahrer entgegen der Einbahnstraße fahren. Das hat dazu geführt, das Autofahrer, die die Kreuzung von der Westermarkt- in Richtung Altperverstraße überqueren wollen, den Blick nach links vernachlässig haben.

Ein weiterer Unfallschwerpunkt liegt auf der B 190 zwischen dem Salzwedeler Ortsausgang Richtung Arendsee bis zum Abzweig nach Buchwitz. Die Bilanz: In drei Jahren fünf schwere Verkehrsunfälle mit einem Toten und vier Schwerverletzten. Ursache: Es wird zu schnell gefahren. Deshalb soll die 70er Zone ab dem Salzwedeler Ortsausgang bis zum Buchwitz-Abzweig verlängert und in diesem Bereich ein Überholverbot mit durchgezogener Mittellinie installiert werden.

Im Klötzer Bereich sehen weder Polizei noch Verkehrsunfallkommission derzeit keinen Unfallschwerpunkt. Zwei Abschnitte konnten entschärft werden: Der Bereich am Hasselbusch wurde auf 60 Stundenkilometer begrenzt, die Straße bekam einen neuen Belag. Und am Ziß wurde ein Baum in einer Kurve gefällt, sodass die Verkehrsteilnehmer entschieden bessere Sichtverhältnisse haben.

Von Holger Benecke

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