27-Jähriger will für die NPD im Salzwedeler Stadtrat Platz nehmen

Noch liegt nichts vor

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Ein Hansestädter, der 27-jährige Mark Preuß, hat über seinen Facebook-Account verkündet, dass er für den Salzwedeler Stadtrat kandidieren will – für die NPD.

Salzwedel. Noch liegen im Rathaus keine Meldungen der Kandidaten für den Stadtrat zu den Kommunalwahlen am 25. Mai vor. Die etablierten Fraktionen haben jedoch bereits verkündet, wieder antreten zu wollen (AZ berichtete).

Hinzu kommen „Die Hanseaten“ – eine neu gegründete Wählervereinigung in Salzwedel. Und ein weiterer Hansestädter, der 27-jährige Mark Preuß, hat über seinen Facebook-Account verkündet, dass er für den Stadtrat kandidieren will – für die NPD.

Preuß selbst war zu einer Stellungnahme zu seinem Vorhaben und seinen Zielen nicht bereit. Um überhaupt zur Wahl antreten zu können, benötigt er Unterstützer-Unterschriften von mindestens 100 wahlberechtigten Salzwedelern.

Dass der 27-Jährige für die NPD im Stadtrat Platz nehmen will, überraschte auch die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr, in der Mark Preuß sehr aktiv ist. „Ich kontrolliere vor Dienstbeginn keine Parteibücher“, sagt Wehrleiter Wolfgang Nieswandt dazu. Was der Feuerwehrmann in seiner Freizeit treibe, entziehe sich seiner Kenntnis. „Die Wehr ist eine Hilfsorganisation. Da zählt nur, wie sich jemand einbringt, und Mark Preuß tut dies überdurchschnittlich“, beurteilt Nieswandt die Arbeit des 27-Jährigen als Brandschützer. Während des Dienstes habe Preuß keine Parolen verbreitet, weiß Nieswandt.

In seiner Zeit als Wehrchef – und das ist inzwischen ein Vierteljahrhundert – habe er nie politische Veranstaltungen in der Feuerwehr zugelassen. Auch nicht, als der damalige Landrat Egon Sommerfeld mit der CDU in der Wache tagen wollte. Und erst recht nicht, als Nieswandt im heißen Wendeherbst 1989 seine Löschfahrzeuge als Wasserwerfer gegen die Demonstranten bereitstellen sollte. „Nicht mit mir“, so Nieswandt, der betont, dass die Salzwedeler Feuerwehr fest auf dem Boden der Demokratie stehe. Er ergänzt: „Ich habe übrigens auch Linke unter den Brandschützern.“ Ob Mark Preuß die Unterschriften zusammenbekommt, auch wirklich kandidiert, es in den Stadtrat schafft – das bleibt abzuwarten. Die Unterlagen müssen die Kandidaten bis zum 31. März, 18 Uhr, im Rathaus einreichen.

Stadtsprecher Olaf Meining rät allen Bewerbern, dies möglichst schon etwas früher zu tun. „Dann ist noch genügend Zeit, Fehlendes nachzureichen, eventuell nicht korrekt ausgefüllte Papiere zu korrigieren“, begründet er seinen Hinweis. Denn ansonsten könnte eine Kandidatur an einer Formalie scheitern. Denn nach dem 31. März wird über die Zulassung der Kandidaten zur Kommunalwahl am Sonntag, 25. Mai, entschieden.

Von Holger Benecke

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