Im Gericht

27-Jähriger Angeklagter verstümmelt zwei Katzen

  • vonLydia Zahn
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Tierquäler musste sich am Mittwoch vor dem Schöffengericht im Salzwedeler Amtsgericht verantworten. Das Urteil steht noch aus.

Salzwedel - Gleich zwei Anklagepunkten musste sich ein 27-Jähriger aus einem Dorf bei Salzwedel gestern im Amtsgericht stellen. Im Zeitraum von Juli bis Oktober 2019 hatte der Angeklagte in seinem damaligen Wohnort in Altensalzwedel seine zwei Kater gequält und misshandelt – ihnen unter anderem die Ohren abgeschnitten. Außerdem wird ihm vorgeworfen, im September 2019 einen Mann geschlagen und eine Kellertreppe heruntergeschubst zu haben, wobei dieser mit dem Kopf auf dem Betonboden aufgeschlagen war. Zu einem Urteil kam es bei dem Schöffengericht gestern nicht. Das soll am Mittwoch, 24. März, gefällt werden.

Der Verteidiger legte für seinen Mandanten ein Geständnis ab. Ja, er sei für die Taten verantwortlich. Jedoch in beiden Fällen betrunken gewesen. „Ich kann mich daran nicht mehr erinnern, aber wer soll das sonst mit den Katzen gewesen sein“, fügte der Angeklagte dem Geständnis hinzu. Die Verletzungen der Katzen sprachen Bände, und so konnte die Tierärztin, die diese damals behandelt hatte, auf dem Zeugenstuhl aufklären, was ihnen angetan wurde. Mit einer Schere, einem Skalpell oder scharfen Messer wurden beiden Katern die Ohrmuscheln abgeschnitten. Sie vermutet, dass die Vierbeiner mit etwas flüssigem, wahrscheinlich heißem Wasser, übergossen oder mit Wasserdampf verbrüht worden waren. Zudem waren sie stark abgemagert und knapp zwei Wochen nicht gefüttert worden, schätzte die Tierärztin ein. Außerdem waren die Augen entzündet und geschwollen. Bei einem der Kater hatte der Angeklagte zudem ein Stück der Lippe rausgeschnitten, wodurch dieser nicht mehr richtig fressen kann. „Die Tiere haben zu dem Zeitpunkt sehr gelitten“, verdeutlichte die Zeugin. Weiter: „Die Haare sind bis heute nicht richtig nachgewachsen und es kam zur Narbenbildung. Es gibt also Folgeschäden.“ Eine Woche waren die knapp drei Monate alten Kätzchen bei der Ärztin stationär behandelt worden und anschließend ins Tierheim gekommen. Einen kleinen Lichtblick gab es aber: Die Vierbeiner konnten wieder vermittelt werden.

Nach der Verstümmelung hatte die Mutter des 27-Jährigen die Kleinen gefunden, gerettet und zur Amtstierärztin gebracht. Nun wollte Richter Dr. Klaus Hüttermann von dem Angeklagten wissen, warum er die Katzen verletzt alleine gelassen hatte. „Keine Ahnung, hab nicht darüber nachgedacht“, antwortete dieser kleinlaut.

Zum zweiten Vorwurf erklärte der Angeklagte, dass er mit einem Kumpel zusammen etwas getrunken hatte. Als sie eine Frau trafen und beide um sie buhlten, kam es später zum Streit und Handgreiflichkeiten. Bei dem Geschädigten zu Hause stieß der 27-Jährige diesen die Kellertreppe herunter, fiel selbst hinterher und beide verletzten sich. „Wir sind beide am nächsten Tag ins Krankenhaus gegangen“, berichtete der Angeklagte. Weiter: „Wir haben manchmal noch Kontakt. Ich habe mich auch schon bei ihm entschuldigt und ich glaube, er hat mir auch verziehen.“ Damit war das Thema vorerst vom Tisch.

Weitere Zeugen, unter anderem die Mutter des 27-Jährigen, sollen am 24. März angehört werden.

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