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25 ukrainische Schüler lernen an der Salzwedeler Lessing-Ganztagsschule

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Von: Armon Böhm

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Diana Borieva unterrichtet ukrainische Schüler
Diana Borieva (r.) unterrichtet seit November an der Lessing-Schule als DaZ-Lehrerin. Dort führt sie den fortgeschrittenen Sprachunterricht für ukrainische Schüler, der von der ersten bis vierten Stunde täglich stattfindet. © Böhm, Armon

25 ukrainische Schüler werden in der Salzwedeler Lessing-Schule unterrichtet. Aber wie gestaltet sich ihr Schulalltag und wie kommen sie zurecht? Schulleiterin Heike Herrmann beantwortete diese und auch weitere Fragen.

Salzwedel – Durch den russischen Angriffskrieg suchen viele Ukrainer, besonders Mütter mit ihren Kindern, in anderen Ländern Schutz, darunter auch in Deutschland. So manche Familien verschlägt es auch nach Salzwedel. Allein 25 ukrainische Kinder und Jugendliche kommen als Schülerinnen und Schüler an der Salzwedeler Ganztags- und Gemeinschaftsschule Lessing unter. Die Altmark-Zeitung sprach mit Schulleiterin Heike Herrmann, DaZ-Lehrerin Diana Borieva und Bundesfreiwillige Aljona Duzelbaer, um einen Einblick in den Schulalltag zu erhalten.

„Das ist unsere bisher zweite größere Herausforderung“, begann Heike Herrmann das Gespräch mit der AZ, und führte fort: „Unsere Erste war 2015, wo wir viel lernen konnten.“ Jeden Tag finden laut Herrmann vier Stunden Sprachunterricht für die ukrainischen Schüler statt, sprich 20 Stunden pro Woche. Was mit 15 Schülern und einem Kurs begann, hat sich mittlerweile auf 25 und zwei Kurse ausgeweitet.

Schüler allen Alters und jeder Stufe

Von Fünft- bis Zehntklässlern sei jede Stufe vertreten. Wie aber auch bei deutschen Schülern soll das Lernniveau der ukrainischen Schüler sehr unterschiedlich sein. Während es mit manchen nach bereits etwa zwei Monaten möglich sei, sich auf Deutsch zu verständigen, sollen andere wiederum kaum ein deutsches Wort beherrschen, so Herrmann. Hierbei sorge die ehemalige Schülerin Aljona Duzelbaer, die durch einen Bundesfreiwilligendienst in der Lessing-Schule arbeitet, für Abhilfe.

Heike Herrmann, Aljona Duzelbaer und Diana Borieva
Heike Herrmann (v. l.) kann auf die Unterstützung von Aljona Duzelbaer und Diana Borieva nicht verzichten. © Böhm, Armon

„Sie kommen oft auf einen zu, wenn sie Fragen haben“, erzählte die 17-jährige Bundesfreiwillige. Duzelbaer ist zwar in Deutschland aufgewachsen, hat aber einen russischen Hintergrund und spricht fließend Deutsch und Russisch. Oft übernehme sie Elterngespräche. Ihre Entscheidung, nach ihrem Abschluss für ein Jahr an die Lessing-Schule zurückzukehren, sei sehr spontan gewesen. Mittlerweile sei sie über diese spontane Entscheidung sehr froh. „Ich gehe jeden Tag mit einem Lächeln zur Arbeit“, sagte Duzelbaer sichtlich erfreut. Laut Herrmann sei sie für die Schule zur Bewältigung dieser Herausforderung unverzichtbar.

Für die Bewältigung unverzichtbar

Ebenfalls unverzichtbar sei Diana Borieva, die mit einer weiteren Kollegin als DaZ-Lehrerin (Deutsch als Zweitsprache) an der Lessing-Schule tätig ist. Sie stieß im November dazu und ermöglichte somit die Aufteilung in zwei Deutschkurse – einen Einsteigerkurs und einen fortgeschrittenen. Die aus Russland stammende Lehrerin studierte Germanistik und lebt erst seit einigen Jahren in Deutschland.

„Die Schüler fühlen sich in Salzwedel sehr wohl. Sie sind neugierig, fleißig und wollen die deutsche Sprache lernen“, erzählte Borieva. Zusätzlich herausfordernd für die Ukrainer sei allerdings, dass viele Schüler digitale Aufgaben aus der Ukraine erhalten, um ihren Abschluss in der Heimat weiterhin machen zu können. Mittlerweile biete die Lessing-Schule daher an, die Aufgaben im Unterricht zu bearbeiten. „Viele lernen bis in den Abend für zwei Schulen“, erläuterte die russischstämmige Lehrerin, dessen Traum es immer war, an einer deutschen Schule zu unterrichten. Zu Problemen mit russischen Schülern sei es laut Herrmann außerdem noch nicht gekommen.

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