29-jähriger Rettungssanitäter war nach Streit mit seiner Freundin betrunken im Auto unterwegs

2,08 Promille: Polizeiauto gerammt

Salzwedel. Mit rund 2,08 Promille war ein 29-jähriger Rettungssanitäter im Juni in einen Streifenwagen gekracht. Nun musste er sich im Amtsgericht verantworten.

Im Gericht

Nach der Geburtstagsfeier eines Freundes stritt sich der Angeklagte mit seiner Freundin. „Als ich am nächsten Morgen gegen 14 Uhr wach geworden bin, war sie nicht mehr da. Da bin ich sie suchen gefahren“, schilderte der Angeklagte aus Riebau.

„Er hat mich die ganze Zeit angerufen, wollte wissen, wo seine Freundin ist. Und hat dann gedroht, dass er sich was antut und vor den nächsten Baum fährt“, erzählte der 33-jährige Zeuge und verständigte daraufhin die Polizei. „Wir haben immer wieder telefoniert und versucht, herauszufinden, wo er ist“, schilderte der Zeuge weiter. Auf der Landstraße zwischen Niephagen und Wallstawe werden die Beamten fündig und setzen sich mit ihrem Auto vor den Pkw des Angeklagten.

Als sie diesen zum Anhalten zwingen wollen, schert der Riebauer nach links aus und kracht bei voller Fahrt in das Polizeiauto. „Warum wollten Sie denn an dem Auto vorbeifahren, als die Beamten sie ausgebremst haben?“, fragt Richter Klaus Hüttermann. „Ich wollte halt nicht anhalten und meine Freundin weitersuchen“, so der 26-Jährige, der bereits einen Eintrag wegen Körperverletzung hat.

Gegen 16.30 Uhr wird bei dem Rettungssanitäter ein Promillewert von 2,08 festgestellt und er wird wegen seines aggressiven Verhaltens anschließend in Uchtspringe eingewiesen, der Führerschein wurde einbehalten. „Sie verdanken es Ihrem Verteidiger, dass Sie den Führerschein vorerst noch für den Dienst behalten durften“, betonte Hüttermann.

„Ich habe in den letzten Wochen keinen Schluck getrunken“, beteuerte der Angeklagte und wurde zu einer Geldstrafe von 1200 Euro verurteilt. Auch seinen Führerschein ist der Rettungssanitäter vorerst los. Eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) wird folgen. „Sie sind in diesem Zustand völlig ungeeignet ein Fahrzeug zu führen“, gab die Staatsanwältin dem Angeklagten noch mit auf den Weg.

Von Katja Lüdemann

Rubriklistenbild: © dpa

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