Altmarkkreis koordiniert das Bekämpfen / Kommunen können sich melden

20 399 Bäume vom Eichenspinner befallen

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Der Eichenprozessionsspinner breitet sich im Kreis weiter aus. Ein Zeichen dafür sind die weißen Gespinste. Betroffene Bäume werden vom Boden aus mit Chemie bespritzt oder abgesaugt.

Altmarkkreis. Im gesamten Altmarkkreis Salzwedel werden in diesem Jahr 20 399 Bäume behandelt. Das Ziel: Den Eichenprozessionsspinner, der seit Jahren Probleme bereitet, zurückzudrängen. Der Altmarkkreis koordiniert die Arbeiten.

Es gab auch nur eine einzige große Ausschreibung, um Kosten zu sparen. Bis auf Winterfeld-Apenburg, Rohrberg, Dähre und Jübar haben sich alle Kommunen daran beteiligt. Und zwar, indem sie zum Beispiel Informationen über die Anzahl sowie den Standort der betroffenen Bäume gegeben haben.

Bei den meisten der 20 399 Exemplare soll Chemie zum Einsatz kommen. Nur für 1059 Bäume ist dies nicht möglich, darum werden die Tiere dort abgesaugt. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 13 953 Eichen im Kreis behandelt.

Da das Gift nur in einer bestimmten Wachstumsphase des Schädlings hilft, kommen nur April und Mai für die Chemie in Frage. Die Vorbereitungen werden getroffen, allerdings muss das Wetter mitspielen. Um in kurzer Zeit möglichst viel zu schaffen, wurde der Altmarkkreis in 19 Bereiche aufgeteilt. Mehrere Firmen werden die einzelnen Aufträge abarbeiten.

Zuständig ist immer der Eigentümer, auf dessen Grundstück der befallene Baum steht. Dies sind neben Privatbesitzern insbesondere Kommunen, der Kreis sowie das Land. Denn auch an den Straßenrändern findet der Eichenprozessionsspinner Nahrung. Eine Besonderheit gibt es am Arendsee. Als Gewässer steht es unter besonderem Schutz. Gift darf im Uferbereich nicht eingesetzt werden.

Wer den Schädlingen ohne Schutz zu nahe kommt, muss mit gesundheitlichen Problemen rechnen. In den vergangenen Jahren waren im Kreis immer wieder medizinische Einsätze nötig. Gefährlich sind die Brennhaare. Diese können allergische Reaktionen hervorrufen. Zu den Symptomen gehören Hautausschläge. Häufig bilden sich Quaddeln am ganzen Körper. Reizungen an Mund und Nasenschleimhaut durch Einatmen der Haare können zu Bronchitis, schmerzhaftem Husten und Asthma führen. Auch Schwindel, Fieber, Müdigkeit und Bindehautentzündungen können auftreten.

Die Brennhaare der Eichenprozessionsspinner-Raupen haben Widerhaken, sind hohl und enthalten als Brennsubstanz das lösliche Eiweiß Thaumetopoein. Diese setzen sich auch an der Rinde der Bäume fest. Wenn diese gefällt und dann zum Beispiel im Kamin als Brennholz verwendet werden, steigt das Risiko von gesundheitlichen Problemen betroffen zu sein.

Von Christian Ziems

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