Neue Landesregierung lässt Straße links liegen / BI fordert Ortsumgehungen

B 190n in der Versenkung

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Die Bürgerinitiative „Westliche Altmark“ favorisierte bislang einen Trassenverlauf entlang vorhandener Strecken – vor allem unter Einbeziehung der Amerikalinie.

Sienau / Altmarkkreis. „Die B 190n ist vom Tisch – ein Erfolg der Vernunft“, teilte Landtagsabgeordnete Dorothea Frederking (Grüne) gestern am späten Nachmittag mit.

Damit hat die neue mögliche Landesregierung Fakten geschaffen, während im Altmarkkreis noch Gedankenspiele über den künftigen Trassenverlauf und Resolutionen umherschwirren.

Die rote Linie bildet den Verlauf der B 190n, wie er vorgeschlagen worden ist. Der Abschnitt westlich von Salzwedel verläuft dabei bis Bad Bodenteich durch neues Gebiet, was kritisiert wird und nun laut Abgeordneter Dorothea Frederking (Grüne) auf Jahrzehnte vom Tisch ist.

„Das Vorhaben B 190n wird im Bundesverkehrswegeplan (BVWP) mit einem Nutzen-Kosten-Verhältnis (NKV) von 1,6 sehr niedrig bewertet. Daher ist davon auszugehen, dass die Straße für die Dauer des nächsten BVWP bis zum Jahr 2030 nicht gebaut wird“, so Frederking. Die Abgeordnete blickt noch weiter voraus: „Laut Koalitionsvertrag soll das Grüne Band (das die Straße durchschneiden würde, Anm. d. Red.) zum Nationalen Naturmonument ausgewiesen werden. Mit einer derartigen Ausweisung wird die B 190n auch nach dem Jahr 2030 immer unwahrscheinlicher.“

Noch am Montag hatte sich der Kreistag damit beschäftigt, die Landesregierung aufzufordern, die B 190n wieder in den sogenannten vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufzunehmen. Landrat Michael Ziche betonte dabei, dass die Trassenführung Sache der Verkehrsexperten bleiben solle.

Mit dieser Thematik setzte sich vorgestern die Bürgerinitiative (BI) „Westliche Altmark“ auseinander. Die BI-ler kritisierten den ihrer Meinung nach unnötigen Plan zum Neubau der B 190n westlich von Salzwedel bis Bad Bodenteich. Stattdessen könnten laut BI vorhandene Verkehrswege als umweltverträglichere Lösung genutzt werden. Sie fordern zudem deutlich mehr Ortsumgehungen an den Bundesstraßen, als im Bundesverkehrswegeplan vorgesehen.

Von Jens Heymann

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